Die Feuerwehrkapelle Wellendingen ließ sich an Ostern ein Konzert der besonderen Art einfallen, um ins Jubiläumsjahr zu starten. Alle Bonndorfer Musikvereine gratulierten mit Musik und boten ein Erlebnis, wie man es in Bonndorf noch nicht erlebt hat. Verbandsdirigent Gottfried Hummel vom Blasmusikverband Hochschwarzwald zeigte sich positiv „geschockt“ von der "Wahnsinnskulisse" in der Bonndorfer Stadthalle. „So etwas hat es in der Form im Schwarzwald noch nicht gegeben. Toll, was das Osterkonzert-Organisationsteam sich da ausgedacht hat“, lobte er.

Ein Träger einer roten Weste der Feuerwehrkapelle Wellendingen unter blauen Westen der Stadtmusik Bonndorf – während des Konzert wechselten einige Musiker die Bühne, da diese teils in mehreren Kapellen aktiv sind. Bilder: Cornelia Selz
Ein Träger einer roten Weste der Feuerwehrkapelle Wellendingen unter blauen Westen der Stadtmusik Bonndorf – während des Konzert wechselten einige Musiker die Bühne, da diese teils in mehreren Kapellen aktiv sind. | Bild: Cornelia Selz

Es waren alle drei Hallenteile geöffnet, alle fünf Kapellen saßen auf einer eigenen Bühne, die Feuerwehrkapelle in der Mitte der Längsseite gegenüber der Galerie, im Halbkreis flankiert vom Musikverein Dillendorf und der Stadtmusik an der Stirnseite, rechts von der Trachtenkapelle Gündelwangen und der Blaskapelle Grünwald-Holzschlag beim Eingang. Mittendrin die Gäste, die mit einem abwechslungsreichen Programm unterhalten wurden. Jede Kapelle spielte drei Stücke, jedoch nicht nacheinander, sondern abwechselnd. Die Ansagerinnen Angelina Dietsche und Marie Göhring waren immer unterwegs von einer Bühne zur anderen.

Andreas Dörnte von der Trachtenkapelle Gündelwangen hatte ebenfalls drei Titel als Geburtstagsgruß ausgewählt.
Andreas Dörnte von der Trachtenkapelle Gündelwangen hatte ebenfalls drei Titel als Geburtstagsgruß ausgewählt. | Bild: Cornelia Selz

Vorsitzender Michael Rombach begrüßte die Konzertbesucher zum 40. Osterkonzert. Nach einem Abriss zur Vereinsgeschichte spielte die Feuerwehrkapelle Wellendingen „All’s was bruchsch uf de Wält“, sogar mit Gesangseinlage. Dazu zogen alle anderen Musiker ein und nahmen auf der für sie bestimmten Bühne Platz, optisch untermalt mit einer Konfettibombe.

In zünftigem Outfit, musikalisch auf hohem Niveau, präsentierte sich die Blaskapelle Grünwald-Holzschlag.
In zünftigem Outfit, musikalisch auf hohem Niveau, präsentierte sich die Blaskapelle Grünwald-Holzschlag. | Bild: Cornelia Selz

Schlag auf Schlag erklangen „Hoch Heidecksburg“, „Don't Stop Me Now“ und die „Polka Maus“ vom Musikverein Dillendorf unter Leitung von Clemens Büche. Andreas Dörnte von der Trachtenkapelle Gündelwangen hatte die Titel „Bohemia Marsch“, „Kometenflug“ und die „Immer gut drauf Polka“ ausgewählt. Die Blaskapelle Grünwald-Holzschlag mit ihrem Dirigenten Adrian Scheu brachte die „Polkafreunde“, „Zeitlos“ und „Kaiserin Sissi“ zu Gehör.

Fantastische Leistung an den Trompeten – der Musikverein Dillendorf begeisterte die Zuhörer.
Fantastische Leistung an den Trompeten – der Musikverein Dillendorf begeisterte die Zuhörer. | Bild: Cornelia Selz

Die Stadtmusik unter Dirigent Daniel Weißer eröffnete ihren Part mit „Die Sonne geht auf“, das als Programmänderung gespielt werden musste. Die Solistin für das Stück „Charles Chaplin“ war erkrankt. Das Orchester lud zur „Crime Time" mit bekannten Krimimelodien ein und leitete mit der „20th Century Fox Fanfare“ zur Rede von Bürgermeister Michael Scharf über. Er sprach stellvertretend für alle Vereine die Grußworte: „Ich bin ein stolzer Bürgermeister: Alle Musikvereine von Bonndorf sind anwesend, der ganze Ort feiert. Ich überbringe die Glückwünsche der Stadt Bonndorf, und da der heutige Abend ganz im Zeichen der Musik steht, fasse ich mich sehr kurz.“ Christian Podeswa von der Blaskapelle Grünwald-Holzschlag überreichte in Vertretung aller Vorstände ein Fässchen mit zehn Litern Original Bonndorfer Zwetschgenwasser. „Ihr habt eine tolle Kameradschaft, da könnt ihr das bestimmt brauchen.“

Monumentaler Abschluss

Die Feuerwehrkapelle spielte den von den Jubilaren gewünschten Ehrungsmarsch „Salemonia“ und als Abschluss des Melodienreigens an diesem Abend „Music“ von John Miles. Mit diesem monumentalen Stück wurde der Titel des Konzertabends „Jubel mit Musik“ noch einmal voll zur Geltung gebracht. Zwischendurch war immer wieder zu beobachten, dass einige Musiker von einer Kapelle zur anderen wechselten. Es zeigte sich, dass sie in mehreren Kapellen aktiv sind. Das Publikum spendete tosenden Applaus.

Rolf Riedlinger (rechts) begeisterte am Dudelsack und machte die „Highland Cathedral“ zu einem besonderen Erlebnis, die von allen teilnehmenden Musikformationen als Zugabe gespielt worden war.
Rolf Riedlinger (rechts) begeisterte am Dudelsack und machte die „Highland Cathedral“ zu einem besonderen Erlebnis, die von allen teilnehmenden Musikformationen als Zugabe gespielt worden war. | Bild: Cornelia Selz

Und dann schien sich noch etwas anzubahnen: Zwei große Trommeln wurden auf der Bühne der Feuerwehrkapelle platziert, drei Musiker mit der kleinen Trommel nahmen vor der Bühne Aufstellung und ein weiteres Instrument wurde zur Verstärkung hinzugeholt: ein Dudelsack. Mit der Unterstützung von Rolf Riedlinger mit seinem Dudelsack spielte der Gesamtchor aller Musikvereine „Highland Cathedral“ als Zugabe. Ein strahlender Dirigent Marco Peter dirigierte aus der Hallenmitte. Wie hatte er doch im Pressegespräch angedeutet? „Vielleicht könnt’s ja no ebis gä, wie ma in dere Region noch nit erlebt hät.“ Es war tatsächlich ein unvergleichliches Hörerlebnis, in der Halle von allen Seiten diese wunderschöne Melodie zu hören. Stehende Ovationen waren ein schöner Dank an die Musikakteure.

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Und die Gäste des fulminanten musikalischen Konzertabends durften sich noch ein weiteres Mal an der schottischen Weise erfreuen. Marco Peter ging reihum zu allen Musikvereinen und bedankte sich. Michael Rombach sprach seinen Dank an alle aus, die den Auftakt zum Jubiläum mitgefeiert haben. Den ersten Teil des Jubiläums hat die Feuerwehrkapelle mit Bravour gemeistert. In lockerer Folge spielten die Gastkapellen noch einige ihrer Reißer zur Unterhaltung der Gäste.