Die Kirchengemeinde St. Maria in Gündelwangen feiert am Samstag, 17. August, Kirchenpatrozinium. Die Gläubigen sind bereit, der Platz um die Lourdes Grotte hoch über dem Friedhof wurde hergerichtet, frischer Blumenschmuck sorgt für ein schönes Bild. Der Kirchenchor wird den Gottesdienst verschönern und an diesem Abend wird Pfarrer Linus Ibekwe aus Nigeria auch die mitgebrachten Kräuterbuschel der Besucher weihen, auf dass sie Glück und Segen für Mensch und Tier in Haus und Hof bringen werden. So sagt es die Jahrhunderte alte bäuerliche Tradition.

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Grund genug, einmal jemanden zu fragen, was es mit diesen Kräuterbuschen auf sich hat. Mechthild Nägele kennt sich bestens aus und war auch bereit, einen solchen Buschel im Vorfeld zu binden. Die benötigten Heilkräuter holte sie aus dem eigenen Garten, aus dem Wald und von der Wiese. Kamille, Wermut, Lavendel, Pfefferminze, Salbei, Ysop und Thymian bilden die sieben Hauptkräuter, hinzu kommen weitere Pflanzen wie Johanniskraut, Beifuß, Schafgarbe und Rainfarn.

Die Anzahl ist nicht beliebig

Die Anzahl ist nicht beliebig. So sollte eine heilige Zahl – wie zum Biespiel die 7 – erreicht werden, die dann beliebig multipliziert werden kann. Im prächtigen Buschel von Mechthild Nägele sind darum auch 21 verschiedene Kräuter und Heilpflanzen vorhanden.

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Manch kundige Sammlerinnen kommen gar auf 77 Pflanzen pro Strauß. Getreideähren sind ebenso vorhanden wie blühende Rosen oder Lein und in der Mitte ist der Blütenstand der Königskerze. Sie symbolisiert das Zepter der Himmelskönigin Maria.

Gegen den Blitz und für Gesundheit der Tiere

Bei Gewitter warf man früher eine Handvoll des Straußes ins Feuer, damit der Blitz nicht einschlägt, kranken Tieren mischte man ein paar Blätter ins Futter und den Verstorbenen legte man Kräuter vom Buschel im Sarg unter den Kopf. Am Dreikönigstag wurde das Haus mit Kräutern ausgeräuchert. Ob Mechthild Nägele Angst vor bösen Geistern hat, ist eher unwahrscheinlich. Aber sie hält gerne diese schöne alte Tradition aufrecht und kennt sich so auch bestens aus mit den Heilkräften der Kräuter.

Das Patrozinium

Das Kirchenfest in Gündelwangen findet am Samstag, 17. August, statt. Um 17.30 Uhr marschieren die Vereine zur Pfarrkirche, um 18 Uhr ist Festgottesdienst zum Patrozinium Mariä Himmelfahrt, mitgestaltet vom Kirchenchor Gündelwangen. Danach ist „After Church Party“ am Feuerwehrhaus. Um 19.30 Uhr ist Fassanstich, um 20 Uhr tanzt die Kindertrachtengruppe Gündelwangen. Auch die Trachtenkapelle Gündelwangen wirkt mit. Ab 20.30 Uhr spielt das „Klingelbeitel Echo“. Der Eintritt zur Party ist frei.

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