Alle Jahre wieder verwandelt sich das Bonndorfer Schloss in ein Märchenschloss, das mit seinem Zauber und Charme viele Kinder mit ihren Eltern und Großeltern anlockt. Dieses Jahr verzauberte das Märchen Sternenstaub die Herzen aller jung gebliebenen Zuhörer, das Ute Kleeberg vor genau 25 Jahren im Winter 1993 schrieb.

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Ute Kleeberg, deren Märchenadaptionen mittlerweile fast schon Kultstatus erreicht haben, fiel damals auf, dass fast nur Schneemänner und fast überhaupt keine Schneefrauen von den Kindern gebaut wurden und so wurde dieses Märchen zum glühenden Appell an die Kinder, nicht nur Schneemänner, sondern auch Schneefrauen zu bauen.

Märchen mit Haydn und Mozart

Und so erzählte der Schauspieler Stephan Baumecker zusammen mit den drei Musikern Gabriele Turck (Violine), Lydia Bach (Viola) und Eric Borgir (Cello) die Geschichte vom Sternenstaub, die flankiert von bezaubernder Musik von Haydn, Mozart, Boccherini, Beethoven oder Schubert eine wunderbare Einstimmung auf die Adventszeit bot.

Kinder und Eltern lauschen gespannt

Besondere Akzente setzten die drei hervorragenden Musiker allerdings mit ungewohnteren Komponisten und so durften die gespannt lauschenden Kinder und Erwachsenen zu den Klängen von „Je n´ose“ von Josquin Desprez (um 1450 bis 1521) miterleben, wie der Schnee, der gerade vom Himmel fällt und dieses bezaubernde Märchen überhaupt erst möglich machte, eine ganz besondere Bestimmung hat. Bei der Musik von Heitor Villa Lobos (1887 bis 1959) funkelten die Sterne und Sternenstaub fiel auf die Erde, so dass diese ungewöhnliche Liebesgeschichte überhaupt erst möglich wurde. Denn einer Legende zufolge, darf ein Liebespaar aus Eis und Schnee, wenn es sich in der Weihnachtsnacht findet und den Sternenstaub in seinem Herzen behält, mit dem Christkind ins Weihnachtsland fahren.

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Diese Geschichte durften die Zuhörer im vollbesetzten Festsaal am Samstagabend hautnah miterleben und als das Cello mit kaum zu überbietender Dramatik die Angst und das aufgeregte Herzklopfen des Schneemannes zu den Klängen von Benjamin Brittens (1913 bis 1976) Suite op. 72 intonierte, da herrschte atemlose Spannung im Saal, die sich erst wieder legte, als klar wurde, dass der Schneemann nicht einem großen, wunderbar geschmückten Weihnachtsbaum weichen musste.

Kinder lernen Instrumente kennen

Wie schon in den vergangenen Jahren überraschte die profunde Musikauswahl von Ute Kleeberg, der es jederzeit mühelos gelang, mit bereits komponierter Musik ihr geistreiches und unterhaltsames Märchen kindgerecht zu illustrieren. Für manch einen der kleinen Besucher – die Jüngsten lagen deutlich unter dem vom Veranstalter empfohlenen Mindestalter – war es allerdings nicht ganz einfach, das wohlverdiente Liebesglück von Schneefrau und Schneemann nachzuvollziehen.

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Als besonderes Bonmot könnte vielleicht noch angemerkt werden, dass sich die Kinder, die die beiden Protagonisten in Eigenregie erschufen, sich am Hatzenberg zum Schlittenfahren trafen und somit eine winterliche Assoziation an einen liebenswerten Nachbarort von Bonndorf schufen, wo es tatsächlich einen solchen Hatzenberg gibt. Gerne wurde von den Kindern natürlich auch die Gelegenheit genutzt, die Musiker und ihre Instrumente hautnah kennenzulernen und viele Fragen zu stellen.