Taugt das Dünnschichtasphaltverfahren zur Sanierung diverser Gemeindestraßen – Ja oder Nein? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bonndorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, ging es doch darum, darüber zu entscheiden, ob diese vergleichsweise günstige Sanierungsvariante auf Straßen in Gündelwangen und dem Bereich Schwimmbadparkplatz angewandt werden soll.

Im Vorfeld der Sitzung trafen sich die Gemeinderäte zu einer Besichtigung des Sportplatzwegs, der bereits mit dem Dünnschichtasphaltverfahren saniert worden war. Über die Oberflächenbeschaffenheit, die Haltbarkeit und mögliche Alternativen des Verfahrens wurde dabei ausgiebig diskutiert.

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Wie Werner Steiert vom Stadtbauamt eingangs erläuterte, ist das Dünnschichtverfahren ein Reparaturverfahren, das Wellen und Setzungen etwas ausgleicht und die Fahrbahnoberfläche versiegelt, also wasserdicht macht. Es sei besser und haltbarer als das Splittverfahren, könne allerdings nicht mit einem Vollausbau verglichen werden. Geplant sei, alle Ortsstraßen in Gündelwangen, inklusive Vogtsberg, sowie den Schwimmbadparkplatz in Bonndorf zu sanieren. Die Kosten dafür bezifferte Steiert auf rund 152 000 Euro. „Ein Vollausbau würde das Zehnfache kosten“, erklärte Steiert.

Stadtrat Ingo Bauer stellte die Frage nach weiteren Möglichkeiten der Straßensanierung. „Es kann ja nicht nur ganz teuer oder ganz billig geben, es gibt auch was zwischendrin“, meinte er und verwies auf Fahrbahnsanierungen, bei denen der alte Belag abgefräst und ein neuer Belag aufgebracht wird. Nach den Worten von Werner Steiert sei diese Vorgehensweise nur möglich, wenn der Unterbau der Straße stimme. Bei den betroffenen Straßen in Gündelwangen sei dies aber eben nicht der Fall. „Der Unterbau ist zu dünn“, erläuterte Steiert, hier wäre alternativ nur der Vollausbau möglich, der finanziell aber in anderen Dimensionen liege.

Alternativen scheiden aus

Lieber weniger Straßen machen und diese dann richtig, lautete ein Vorschlag von Adrian Morath. Hierzu gab Bürgermeister Michael Scharf zu bedenken, dass Straßensanierungsprojekte auch in den anderen Bonndorfer Ortsteilen anstehen und was man in Gündelwangen mache, gelte dann auch für die anderen Dörfer. Und auch in der Bonndorfer Kernstadt stehe die neue Versiegelung der Straßen an, allerdings erst dann, wenn die Glasfaserarbeiten abgeschlossen und die Gewährleistungsfristen abgelaufen sind. Wie lange der Geldsegen in Bonndorf noch anhalte, könne niemand vorhersagen. Insofern riet Scharf dazu, die Arbeiten in Gündelwangen jetzt in Angriff zu nehmen. Und zum Sportplatzweg meinte er: „Die Fahrbahn ist doch so voll in Ordnung.“

Ingo Bauer fasste die Situation noch einmal zusammen. „Wir haben tatsächlich nur die Wahl zwischen Vollausbau und Dünnschichtasphaltverfahren, das Abfräsen und Aufbringen eines neuen Fahrbahnbelags geht nicht“, meinte er. Auf Nachfrage von Tilman Frank, wie hoch denn die Straßensanierungskosten für alle Ortsteile ausfallen werden, sicherte Michael Scharf zu, eine Liste der Straßen zusammenzustellen, die dann auch als Grundlage für die kommenden Haushaltsdiskussionen dienen könne. Und noch eines gab der Bürgermeister zu bedenken: Bei vielen Straßen seien nie Anliegerbeiträge erhoben worden. Die Begeisterung, dies bei einem möglichen Vollausbau nachzuholen, dürfte sich wohl in Grenzen halten.