Bonndorf Baggern gegen den Schlamm

Der Japanische Garten ist dieser Tage Einsatzort einer Maschine, die an ein Urzeitwesen erinnert. Der so genannte Schreitbagger von dem Bonndorfer Jungunternehmer Florian Fischer wurde von der Stadt geordert.

Der Bonndorfer Florian Fischer wird derzeit von der Stadt Bonndorf beschäftigt. Mit seinem Schreitbagger hat er ein Exemplar von rund 15 Stück in Süddeutschland. Sie sind einsetzbar in extremen Steigungen bis 80 Prozent und auch wie hier im Japanischen Garten beim Entschlammen des unteren großen Teiches.
Der Bonndorfer Florian Fischer wird derzeit von der Stadt Bonndorf beschäftigt. Mit seinem Schreitbagger hat er ein Exemplar von rund 15 Stück in Süddeutschland. Sie sind einsetzbar in extremen Steigungen bis 80 Prozent und auch wie hier im Japanischen Garten beim Entschlammen des unteren großen Teiches. | Bild: Deinzer

Den unteren Teich im Japanischen Garten befreit er damit von Schlamm und säubert das verlandete Ufer. „Das ist für uns Tagesgeschäft“, meint zwar Bauhofleiter Georg Schanz. Aber er ist dennoch eigens gekommen, um sich den Fortschritt der Arbeiten im Japanischen Garten anzuschauen, obschon er eigentlich Urlaub hat.

Werner Steiert vom Bauamt, der die Planungen des Bauhofs unterstützt, ist jedenfalls angetan. „Der hat jetzt schon die Hälfte ausgebaggert und ist noch nicht einmal einen halben Tag dran, das geht viel schneller, als gedacht.“ Das will was heißen. Denn nach Abschluss der Arbeiten, so schätzen Steiert und Schanz passt rund vier Mal so viel Wasser in den Teich, wie noch vor der Maßnahme. Ganze 1000 Kubikmeter Schlamm werden dann auf die Mülldeponie an der Kläranlage gebracht worden sein. Das sei derzeit auch günstig, weil die relativ neu erweiterte Anlage noch genügend Platz biete, den Schlamm auszubreiten, der dort einfach trocknet und sich zu einer Art Lehmigem Erdreich verwandelt.

Der mittlere Teich ist derzeit halbvoll, „sonst fließt uns das Wasser immer wieder nach unten nach“. Auf dem oberen Teich schwimmen aber schon wieder die Stockenten. „Die haben jetzt halt wieder eine viel größere Wasserfläche“, so Werner Steiert, der im Übrigen ein großer Fan des japanischen Gartens ist. „Das ist ein sehr schöner Park, der sich gut in die Landschaft einfügt.“ Viel sei er in letzter Zeit hier gewesen, „gerade bei schönem Wetter ist hier wirklich etwas los“.

Die Teiche werden nicht nur der Reihe nach ausgebaggert und von dem Schlamm befreit, weil das schöner aussieht. „Im letzten Jahr ist uns ein Teich umgekippt, da war einfach nicht mehr genügend Sauerstoff drinnen“, erklärt Werner Steiert. Das wäre gerade im unteren Teich fatal gewesen. Dort sind bei den Arbeiten dieser Tage 28 große Karpfen und ein paar Goldfischchen herausgeholt und in den bereits ausgeräumten oberen Teich versetzt worden.

Alle vier Teiche werden mit einem Ablauf versehen. Das sei eigentlich bei der Planung des Parks schon vorgesehen gewesen, aber damals aus Kostengründen nicht durchgeführt worden. Mit einem entsprechenden Ablauf seien auch künftige Pflegemaßnahmen leichter zu bewältigen, ob es Sanierungsarbeiten an Holzbrückchen sind, oder Maßnahmen an den Uferböschungen. Seit rund 20 Jahren hätte man den Park zwar mit einer Grundpflege versorgt. „Aber irgendwann kommt halt der Punkt, an dem man das Geld ausgeben muss, wenn man so einen Park erhalten will“, betont Georg Schanz die Notwenigkeit der Maßnahmen.

Insgesamt rund 110 000 Euro kosten die Sanierungsarbeiten, die haushaltstechnisch vor allem in diesem und im nächsten Jahr anstehen. Rund 300 Arbeitsstunden hat der Bauhof schon zu verbuchen. Hinzu kommen die Kosten für vergebene Arbeiten. „Das lohnt sich aber“, sagt Werner Steiert mit Blick auf den Schreitbagger, „mit unseren Maschinen wäre das vollkommen ineffizient gewesen“.

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