Bonndorf – Auf der von den Teilnehmern sehr geschätzten L 170 zwischen der Steinasäge und Bonndorf fand wieder der Autoslalom des Automobilsportclubs Bonndorf (AMC) statt. Er zählt als Lauf zur Slalom-Meisterschaft Süd des Deutschen Motorsportbundes (DSBM) und gleichzeitig zur baden-württembergischen Slalom-Meisterschaft des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs (ADAC).

Bei hervorragenden äußeren Bedingungen herrschte im Zielbereich echte Rennatmosphäre. Im Hof der Gartenbaufirma Woll wurde ein Fahrerlager eingerichtet, während im und rund ums Autohaus Probst eine wie gewohnt perfekte Festbewirtung und das Wettkampfbüro anzutreffen waren. Schon früh am Sonntagmorgen sorgte der AMC Bonndorf mit Rennleiter Jürgen Breuninger und rund 50 Helfern für den schweißtreibenden aufwändigen Aufbau der Rennstrecke und die weiträumige Absperrung samt Umleitungsausschilderung. Über 90 Rennsportbegeisterte, darunter zwei Frauen, hatten sich angemeldet und kämpften mit ihren aufgerüsteten, auch optisch prächtig anzuschauenden Autos, um eine möglichst gute Zeit aus einem Trainings- und drei Wertungsläufen auf der 1,5 Kilometer langen Slalomstrecke.

Um das fahrerische Können in den Mittelpunkt zu rücken, wird reglementgerecht zu Beginn des Rennens jedes Fahrzeug auf Sicherheit und Ausstattung überprüft und in vier Gruppen und mehrere Hubraum-Klassen eingeteilt. Dies führt zu einer Vielzahl von spannenden Einzelwettbewerben, deren Ergebnisse unmittelbar danach in Siegerehrungen mündeten. Zwischen- oder Endergebnisse, Starter- und Fahrzeugnennungen wurden im Zielbereich mittels Flipchart-Listen und über Lautsprecher publiziert, sodass das Publikum, die Fans und Teilnehmer stets "im Bilde" waren. Wer sich allerdings einen Zuschauerplatz entlang der Strecke im Wald erwandert hatte, konnte zwar das eigentliche Renngeschehen einschließlich Geräuschkulisse besser fühlen, bekam aber logischer Weise von Sieg, Platzierung und sonstigen Infos nichts mit.

Ein technischer Defekt, wie dies die Rennleitung abschließend bezeichnete, führte im Rennen der Gruppe H, Klasse 15 zu Aufregung und hektischer Betriebsamkeit. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden. Allerdings entschlossen sich die Rennkommissare und die Rennleitung in dieser Kategorie den dritten Wertungslauf zu annullieren. Gänzlich vom Programm genommen werden musste der abschließende Lauf der Klasse FS (Freestyle), bei dem sich Fahrzeuge mit den höchsten Gestaltungsfreiheiten und Abweichungen zum "normalen" Auto hätten starten dürfen. Pure Begeisterung bei den betroffenen Teams und Fahrern sieht sicherlich anders aus, aber dass Sicherheit Vorfahrt haben muss, sahen am Ende vermutlich alle ein.

Jürgen Breuninger und AMC-Schriftführerin Dagmar Kromer führten in der Probst-Halle die Gesamtsiegerehrung durch. Wegen der Stornierung des einen Wertungslaufes in einem Rennen konnte erstmals kein offizieller Tagessieger gekürt und ausgezeichnet werden. Stattdessen verständigte sich die Rennleitung auf einen Wertungslaufbesten der aus Gruppe H stammte. Andre Scheer aus Sexau erreichte aus drei Läufen eine Zeit von 2:29,47 Minuten auf einem BMW 320is. Geehrt wurde er außerdem zusammen mit Dieter Oßwald aus Albstadt für seine langjährige Treue zu den Bonndorfer Autoslaloms und zum AMC.