Die Sommerpause nutzen Politiker oftmals dazu, in ihrem jeweiligen Wahlkreis Präsenz zu zeigen. Auch CDU-Bundestagsabgeordneter Felix Schreiner tourt durch 50 Kommunen seines Wahlkreises. Nun weilte er mit Bundestagskollegin Astrid Damerow in Bonndorf. Die Abgeordnete aus dem nördlichsten Wahlkreis der Republik, Nordfriesland und Dittmarschen, ist in Bonndorf geboren.

Gleichwohl war Astrid Damerow, geborene Schnee, nie Bonndorferin im engeren Sinne und am Mittwoch zum ersten Mal im hiesigen Schloss. Ihr Vater unterrichtete Ende der 1950er Jahre an der Volksschule in Obermettingen. Und auch die Obermettinger kamen seinerzeit eben zur Entbindung in das Bonndorfer Spital. Lediglich die ersten Jahre ihrer Kindheit verbrachte Astrid Damerow in Obermettingen, dann zog die Familie nach Rheinfelden, später nach Offenburg. Dem Südwesten blieb Astrid Damerow dennoch verbunden, wohnte sie doch mit ihrem Mann auch einige Jahre in Bad Krozingen.

Immer noch der alten Heimat treu

Auf ihrer Fahrt in den Urlaub legte sie dort bei Freunden einen Zwischenstopp ein und nutze diesen kurzfristig für einen Abstecher nach Bonndorf. „Den Kontakt zu unseren Freunden vom Oberrhein pflege ich nach wie vor. Zu jedem Besuch gehört natürlich eine Fahrt nach Obermettingen, Breitenfeld und Oberwangen, wo meine Großeltern lebten“, erklärt die Abgeordnete ihre Verbundenheit zur Region. Ob sie im hohen Norden etwas vermisst, was ihr in der einstigen badischen Heimat gut gefiel?

„Die Fastnacht“, lautet die spontane Antwort. Und wie kommt die Badenerin mit der Mentalität der Nordlichter zu Recht? „Gut. Genauso wie die Badische Mentalität in sich nicht homogen ist, verhält es sich im Norden. Die Menschen auf den Inseln sind anders als die im südlichen Teil meines Wahlkreises. Sie sind wesentlich direkter und knallen einem manchmal etwas direkt vor den Latz.“

Besuch im Schloss Bonndorf

In Bonndorf knallte man der Frau, die im Tourismusausschuss der Bundesregierung mitwirkt, allerdings nichts vor den Latz. Man besuchte das Schloss, auch im Hinblick auf die touristische Bedeutung dieses Kleinods mit Narrenmuseum und hochkarätigen Kulturangeboten.

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Susanna Heim, Kulturreferentin des Landkreises Waldshut, führte durch die Ausstellung von Ulrich C. Eipper, Günter Hany durch die Schlossnarrenstuben. Man war sich einig, dass Kultur auf dem Land als weicher Standortfaktor wichtig ist und man an der Stelle nicht zu viel sparen sollte.

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Die Kulturdezernentin erläuterte ihr neues Konzept, mit dem sie jüngeres Publikum für Kultur begeistern will. Bürgermeisterstellvertreter Ingo Bauer erläuterte die Geschichte des Schlosses, freilich auch hier mit Hinweis auf die hohen Erhaltungskosten für solch ein altehrwürdiges Gebäude.

Tourismusdebatte mit Felix Schreiner

Es war ein ausgesuchter Kreis um Felix Schreiner und Astrid Damerow. Der Termin sei kurzfristig anberaumt worden, weshalb keine Zeit geblieben sei, öffentlich einzuladen, meinte Felix Schreiner. Also kamen diejenigen, die der Vertreterin des Tourismusausschusses Wünsche, Ideen oder Anliegen in Sachen Tourismus hätten vorbringen wollen, nicht zum Zug.

Themen gäbe es reichlich, unter anderem die Vereinbarkeit von sanftem Tourismus mit Motorradlärm. Diesbezüglich spricht sich Astrid Damerow gegen Verbote aus. Man müsse anderweitige Anreize schaffen.

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Was die einst befürchtete Überbelastung einzelner Regionen durch zu viel Tourismus anbelangt, räumt sie ein, dass die Diskussion um „Overtourismus“ schwierig sei. „Wer legt fest, ab wann es zu viel ist?“, verweist sie auf die Bedeutung des Tourismus für das Arbeitsplatzangebot im ländlichen Raum. „Wir müssen das Augenmerk auf Qualität, umweltfreundlichen Tourismus und einen schonenden Umgang mit Ressourcen richten.“