Die Vorgabe, die sich der Bonndorfer Gemeinderat gesetzt hat, war klar: Auch im Haushaltjahr 2020 werden keine Kredite aufgenommen. Bonndorf ist seit Jahren schuldenfrei und das soll auch in Zukunft so bleiben. Vor diesem Hintergrund – keine Verschuldung – haben sich Verwaltung und die Fraktionen des Gemeinderats damit beschäftigt, auf der Ende 2019 präsentierten Projekt-Wunschliste mit einem Investitionsvolumen von rund 11,5 Millionen Euro kräftig den Rotstift einzusetzen.

Das Ergebnis des Streichkonzerts legte die Verwaltung dem Gremium nun in der jüngsten Ratssitzung vor. Demnach sollen rund 6,9 Millionen Euro investiert werden, rund 3,25 Millionen Euro können über Zuschüsse und Beiträge finanziert werden, so dass am Ende ein Betrag von 3,66 Millionen Euro übrig bleibt, den die Stadt aus eigener Kasse zu bezahlen hat. Diese Summe lässt sich laut Rechnungsamtsleiter Nikolaus Riesterer problemlos finanzieren – ein Gang zum Kreditinstitut ist nicht nötig, die selbst auferlegte Prämisse, schuldenfrei zu bleiben, ist erfüllt. Berücksichtigt sind in dem vorgelegten Investitionsplan auch Mittel für Projekte, die erst im Haushaltsjahr 2021 verwirklicht werden sollen. Für diese Projekte wurden Verpflichtungsermächtigungen für 2021 gebildet.

Größtes Projekt in 2020 ist die Fortführung des Breitbandausbaus mit Kosten in Höhe von 4,1 Millionen Euro. Dabei fließen aber rund 2,25 Millionen Euro in die Kasse zurück, durch Zuschüsse und Beiträge. Mit 400.000 Euro schlägt die Fortsetzung der Generalsanierung der Realschule zu buche. Für die Kanalsanierung in Gündelwangen sind 150.000 Euro vorgesehen und für die Erschließung des Baugebiets Hintere Ziegelmatt in Wellendingen 185.000 Euro. 600.000 Euro sollen für den Kauf von Grundstücken zur Verfügung gestellt werden, im selben Zuge rechnet mit Einnahmen in Höhe von 500.000 durch den Verkauf von Bauland.

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Wie bereits erwähnt, enthält die vorgeschlagenen Investitionsliste auch bereits Mittel für Projekte, die 2021 verwirklicht werden sollen. Dazu gehören der Neubau eines Bürgerhauses in Brunnadern (2020: 150.000 Euro, in 2021: 400.000 Euro), die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs (2020: 100.000 Euro, 2021: 360.000 Euro) und die Sanierung der Außenfassade des Schlosses (2020: 180.000 Euro, 2021: 300.000 Euro).

Blick auf die Streichliste

Von der einstigen Wunschliste gestrichen wurden Projekte mit Gesamtkosten in Höhe von rund drei Millionen Euro. Dazu gehören insbesondere Straßensanierungen. Dies habe deshalb Sinn gemacht, so Bürgermeister Michael Scharf, weil im Zuge des Breitbandausbaus zahlreiche Straßen aufgerissen wurden und werden, eine Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt wäre deshalb verfrüht, auch mit Blick auf mögliche Regressansprüche bei den Breitbandarbeiten. Und Scharf machte in der Sitzung am Montag auch noch deutlich, dass die jetzige Vorschlagsliste noch nicht in Stein gemeißelt sei. Bis zum Haushaltsbeschluss, der am 3. Februar getroffen werden soll, seien noch Änderungen möglich.