Bonndorf Andreas Stoll, Kommandant der Gündelwangener Feuerwehr: "Das war ein realistisches Szenario"

Die Gündelwangener Feuerwehr hatte ihre Hauptprobe im Weiler Glashütte. Kommandant Andreas Stoll (47), der seit über zehn Jahren im Amt ist, zieht ein Fazit.

Herr Stoll, Sie hatten Ihre Hauptprobe oben in Glashütte. Wie ist sie denn gelaufen?

Die Probe ist sehr gut verlaufen. Die Übungsannahme war Rauchentwicklung unklarer Herkunft im Haus Schuppler. Im Verlauf der Übung hat sich herausgestellt, dass da gar kein Feuer war. Wir haben aber parallel einen Verkehrsunfall aufgebaut, der im Übungsverlauf zum Tragen gekommen ist. Wir hatten angenommen, dass ein Auto vorbeigefahren ist und Schaulustige angefahren hat. Im Fahrzeug war eine Mutter, die infolge des Unfalls bewusstlos war, mit drei Kindern und unter dem Fahrzeug im Graben war ein Schaulustiger verunfallt.

Das heißt, es hat sich mitten im Einsatz die Aufgabe verändert?

Ja. Wir waren mit dem Löschfahrzeug Logistik, dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und der Drehleiter vor Ort. Meine Mannen mussten also das HLF frei bekommen, um es einzusetzen für den Unfall.

Wie realistisch ist denn so eine Einsatzannahme?

Ich denke, es ist realistisch. Dass Schaulustige da stehen, ist normal. Dass jemand vorbeifährt, und schaut, ist auch normal.

Welche speziellen Probleme hat man, wenn man zum Einsatz kommt an Orten, wie Glashütte, also etwas abseits?

An solchen Orten hat man das Thema Wasserversorgung. Wir haben dort zwar einen schönen Hydranten stehen, aber aufgrund der Lage und der Höhe, ist das Wasser, was wir dort bekommen, viel zu wenig und hat zu wenig Druck, um ein größeres Feuer löschen zu können. In der Nähe ist aber noch ein Teich und genau dort haben wir die Pumpe gesetzt.

Das haben ihre Wehrleute gut bewältigt?

Ja, ich bin auch deshalb zufrieden, weil die Übung nicht bis ins letzte Detail durchgeplant war. Denn wir sind eine Feuerwehr, wir haben Lösungen parat und wenn nicht, erfinden wir Lösungen. Wir sind keine Theatertruppe, wir machen keine einstudierte Darbietung. Die Lösung habe ich in dem Fall von meinen beiden neuen Gruppenführern, Christian Stoll und vom Daniel Spengler erwartet. Ich habe als dritten Gruppenführer auf der Drehleiter Martin Selz gehabt. Der ist natürlich sehr erfahren, aber er musste gar nicht groß eingreifen. Da geht es natürlich immer drum, wer hat die Einsatzleitung, wer schaut, dass die Leitstelle informiert wird. Wir brauchen das DRK, wir brauchen den Notarzt. Das hat bestens geklappt. Ich wollte auch sehen, was sie mit den drei Kindern im Auto machen. Der Gruppenführer hat sie in Obhut genommen und dem Rettungsdienst übergeben, also weg vom Unfall und den Bildern, die die Kinder nicht sehen sollen. Sie haben dann die Mutter aus dem Fahrzeug geholt und das Fahrzeug mit der Winde aus dem Graben gezogen, sodass die eingeklemmte Person auch aus dem Graben geholt werden konnte.

Wie ist den allgemein die Situation der Gündelwangener Feuerwehr?

Wir sind, was den Nachwuchs in der Führungsebene angeht, gut aufgestellt. Da haben wir junge Leute dabei, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Bezüglich der Zahl von Feuerwehrmännern und -frauen haben wir allerdings Nachholbedarf. Wir sind 27 Aktive und bei der Abschlussübung in der Weiler Glashütte waren wir mit 20 Mann vor Ort. Mit der Ausstattung sind wir sehr zufrieden. Was das Gerätehaus angeht, ist es in einem Zustand, mit dem man sehr gut leben kann. Wir freuen uns, wenn die zugesagte Dachsanierung noch kommt. Das wird ja derzeit geprüft, in welchem Umfang man das macht. Aber wir sind zuversichtlich, dass das von der Stadt umgesetzt wird, sodass der Fortbestand in dem Haus gesichert haben. Wenn nicht, müsste man über andere Lösungen nachdenken.

Zur Person

Andreas Stoll, 47, ist seit über zehn Jahren Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gündelwangen. Im Januar 2017 wqurde er für weitere fünf Jahre in dieses Amt gewählt. In der Versammlung er Gesamtwehr wurde er im vergangenen Jahr für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.

Andreas Stoll, Kommandant der Gündewlangener Feuerwehr. Bild: Gudrun Deinzer
Andreas Stoll, Kommandant der Gündewlangener Feuerwehr. Bild: Gudrun Deinzer

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