Bonndorf Amt stuft Kapelle als Bauruine ein

Die Kapelle im ehemaligen Bad Boll ist wohl kaum noch zu retten. Das Amt für Vermögen und Bau in Konstanz kommt nach eingehender Prüfung durch Sachverständige zum Ergebnis, dass die Kapelle eine Bauruine ist und die Sanierung Kosten in Höhe von rund 350 000 Euro verursachen würde.

„Der äußerst schlechte Zustand des Gebäudes zeigt im Blockmauerwerk, in der Gewölbedecke, sowie in den Putz- und Malschichten umfangreiche Schadensbilder, die sich aufgrund des Gebäudestandortes sowohl statisch bedingt als auch klimatisch nachweislich begründen lassen“, heißt es in einem Schreiben an die Stadt Bonndorf und den Freundeskreis um Hansjörg Adler und Peter Marienfeld. „Es ist sehr bedauerlich, wie sich die Sachlage entwickelt hat“, erklärt Marienfeld gegenüber dieser Zeitung. Und er macht deutlich, dass Kosten in dieser Größenordnung vom Freundeskreis nicht zu stemmen seien. „Vielleicht findet sich noch eine starke Trägerschaft, ein Patronat“, hofft Marienfeld auf ein kleines Wunder.

Die erforderlichen Eingriffe stellen sich nach Erkenntnissen der Konstanzer Behörde als äußerst schwierig und sehr aufwändig dar. So wünschenswert die Sicherung der Kapelle erscheine und bei allem Verständnis für die ehrenamtliche Tätigkeit des Freundeskreises, so stehe die eindeutige Aussage des Finanzministers Nils Schmidt (SPD) vom 3. Mai 2010 sowie die angespannte Haushaltslage des Landes, die „keinerlei Entgegenkommen“ erlauben. Das Amt kommt somit zu der Erkenntnis, dass der „erforderliche Aufwand, um das Gebäude zu sichern, unverhältnismäßig hoch und nicht wirtschaftlich ist“. Damit lehnt das Land Baden-Württemberg, auf dessen Grund die Kapelle steht, die Sanierung des Kleinods im Wutachtal ab. Der zuständige Mann im Amt für Vermögen und Bau, Thomas Steier, betont in dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, dass kostenfreie Planungsleistungen im Falle einer privaten Sanierung geleistet werden können. Die Stadt forderte die Behörde nun auf, Klarheit zu schaffen, was mit der Kapelle geschehen soll. Als Grundstückseigentümer sei das Land verpflichtet dafür zu sorgen, dass keine Gefahr für Personen von diesem Grundstück ausgehe.

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