„Es ist zwar sehr anstrengend, aber wir haben es auch wirklich nett hier.“ Das sagte die Bonndorfer Tourismuschefin Petra Kaiser, während sie Getränke ausgab, Kaffee aufbrüht oder beim Verladen der Schwarzwälder Kirschtorte in die Vitrine hilft. Ihr Einsatzgebiet in den vergangenen zehn Tagen: Die Tourismusmesse CMT – Caravan Motor Touristik – in Stuttgart.

Alle ziehen an einem Strang, aushelfen ist für Petra Kaiser eine Selbstverständlichkeit. So kommt es, dass sie hinter der Theke der Gastronomie, die sozusagen auf dem Dach des Schwarzwaldes, eine Ebene über den Informationsständen der Schwarzwald Tourismus GmbH (Freiburg) betrieben wird. Während Bonndorf Mitglied in diesem Tourismusverband ist, aber ein noch eigenständiges Büro führt, zeichnet die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) verantwortlich für alle touristische Belange in Nachbarorten wie Grafenhausen oder Schluchsee. Also gewissermaßen eine Konkurrenzsituation.

Petra Kaiser, Chefin der Bonndorfer Touristinformation, war gut zehn Tage auf der CMT-Messe (Caravan, Motor, Tourismus) in Stuttgart. Sie betreute dort nicht nur den Stand Bonndorf-Wutach und die Wutachschlucht, sondern war auch für die Schwarzwald Tourismus GmbH mit Sitz in Freiburg im Einsatz, wie hier in deren Messe-Gastronomie.
Petra Kaiser, Chefin der Bonndorfer Touristinformation, war gut zehn Tage auf der CMT-Messe (Caravan, Motor, Tourismus) in Stuttgart. Sie betreute dort nicht nur den Stand Bonndorf-Wutach und die Wutachschlucht, sondern war auch für die Schwarzwald Tourismus GmbH mit Sitz in Freiburg im Einsatz, wie hier in deren Messe-Gastronomie. | Bild: Gudrun Deinzer

„Wenn ich merke, dass jemand eigentlich in so einer Gegend etwas sucht, schicke ich ihn rüber an deren Stand“, sagt Petra Kaiser. Es sei schön, dass sich der gesamte Schwarzwald gemeinsam präsentiere. Mit einschlägiger Dekoration, dem Bollenhut, typischen Landschaftsbildern und schönen „Schwarzwald-Maidli“ ist die Standgruppe ein Hingucker und stellt einen Publikumsmagneten dar.

Nicht nur an den Ständen wird ständig beraten, die Menschen stehen teils Schlange, weil sie Fragen haben. Auch der Holzschläger Imker und Schnapsbrenner Sebastian Herb mit seinem gut bestückten Unimog zieht Menschentrauben an. Als Initiator des Bienenlehrpfades hilft er auch beratend am Bonndorf-Wutach-Stand aus.

Für die Wutachschlucht waren neben Petra Kaiser auch Karl-Heinz Rontke aus Löffingen und Andrea Mann aus Stühlingen im Einsatz. An diesem Tag hat Nicola Schmidt aus Wutach Dienst: „Hier ist immer etwas los, eigentlich steht ständig jemand da.“ Ohne die Bilanz während der letzten Messetage schon vorliegen zu haben, meinte Marina Fuss von der HTG: „Es läuft gut, der Schwarzwald insgesamt liegt im Trend, die Zahlen steigen.“

Qualität der Anfragen

Petra Kaiser, die am gesamten Wochenende an der Beraterfront stand, schilderte die besondere Qualität der Interessenten: „Die Zeiten des Prospektgrapschens sind vorbei. Man kommt mit den Leuten ins Gespräch, und die wollen genau wissen, wer wo wann was bietet.“ An den Fragen könne man ablesen, dass eine Reise in die Region tatsächlich bevorsteht. Viele seien „Wiederholungstäter“.

Besonders freut sich die Tourismusexpertin über Dank, der teils nach Jahren noch bei ihr ankomme. „Meine Stammkunden, vier Rentner aus dem Großraum Stuttgart, waren da und wollten einfach ‚Hallo’ sagen.“ Ein voll ausgerüstetes jüngeres Paar, das sich nur für einen Tagesausflug in die Wutachschlucht interessiert hatte, konnte sie für den ganzen Schluchtensteig begeistern.

Mit anderen führt sie scherzend Gespräche: „Ich war die ganze Saison in der Wutachschlucht gestanden und hab’ auf Sie gewartet, aber Sie sind nicht gekommen.“ Das Staunen dieser Gäste war unübersehbar. Dass sich Petra Kaiser an ihren Besuch vor einigen Jahren erinnert, können sie kaum glauben. Es ist diese Mischung aus persönlicher Begegnung und Beratung, die den Informationsstand besonders anziehend macht. Der Südschwarzwaldradweg (ohne Steigungen) werde ebenfalls nachgefragt, den der Gesamtverband aber auch im Portfolio habe. Der Renner allerdings sei die Wutachschlucht: „Diese ist nie ein Problem und die Tendenz seit Jahren steigend.“