Bonndorf Abriss der Badkapelle in Boll ist beschlossen

Manfred Krüger vom Immobilienmanagement Vermögen und Bau Baden-Württemberg teilt dies dem Freundeskreis Kapelle Bad Boll mit

Die Badkapelle in der Wutachschlucht bei Boll ist nicht mehr zu retten. Sie wird nun endgültig abgerissen. Das teilte Peter Marienfeld am Freitag dieser Zeitung mit. Schon im September 2013 teilte Manfred Krüger vom Immobilienmanagement Vermögen und Bau Baden-Württemberg aus Konstanz dem Freundeskreis Kapelle Bad Boll mit, dass die Behörde nach eingehender Prüfung zum Ergebnis gekommen ist, dass die Kapelle abgebrochen wird.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung waren übergeordnete Dienststellen am Verfahren zu beteiligen. Jetzt wurde endgültig entschieden, dass der notwendige Bauantrag (Abbruch) eingereicht und nach Genehmigung die Arbeiten so schnell als möglich veranlasst werden, heißt es in der E-Mail an den Freundeskreis.

„Leider waren unsere jahrelangen Bemühungen vergebens. Wir bedauern diesen Entscheid sehr und bedanken uns bei allen mitbeteiligten Stellen, Sponsoren und Spendern“, erklärt Marienfeld. Als nächsten Schritt werden die Initiatoren Marienfeld und Hans-Jörg Adler klären, welche Möglichkeiten sich für die Verwendung der Spendengelder ergeben. Auf dem Konto sind 37 347 Euro eingegangen.

Marienfeld hatte Hendrik Leonhardt vom Referat für Denkmalpflege in Regierungspräsidium Freiburg angefragt, wie der Sachstand zur Kapelle sei. Bei einem Workshop im Januar hatte Klemens Ficht zwei Möglichkeiten angesprochen: Entweder übernehme das Land die Verantwortung und damit die Sanierung oder sie werde abgerissen. Sie in diesem Zustand stehen zu lassen sei keine Lösung.

Die Antwort der Denkmalbehörde traf nun ein – die Kapelle wird schnellstmöglich abgerissen.

Letztlich waren es die Kosten, die gegen einen Erhalt sprachen. Schon im September 2013 lagen diese Zahlen auf dem Tisch. Das Amt für Vermögen und Bau in Konstanz kam nach eingehender Prüfung durch Sachverständige zum Ergebnis, dass die Kapelle eine Bauruine ist und die Sanierung Kosten in Höhe von rund 350 000 Euro verursachen würde. Die Initiatoren Adler und Marienfeld waren zu Beginn ihrer Aktivitäten noch von einer Obergrenze von 100 000 Euro ausgegangen. Das Amt kam erneut zu der Erkenntnis, dass der „erforderliche Aufwand, um das Gebäude zu sichern, unverhältnismäßig hoch und nicht wirtschaftlich ist“. Damit lehnt das Land Baden-Württemberg, auf dessen Grund die Kapelle steht, die Sanierung des Kleinods im Wutachtal ab. Das Ziel des Freundeskreises war der Erhalt der Kapelle als Bauwerk und Zeitzeuge. Diese Bemühungen sind nun endgültig gescheitert. Wann der Abrissbagger anrollt steht aber noch nicht fest.

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