Für die Menschen in den rund 280 Gebäuden, die an die beiden Netzbereiche Bonndorf I (Mitte) und Bonndorf II (Weststadt) angeschlossenen sind, ist es eine gute Nachricht, die Bene Müller überbringt: Die Gebäudeeinheiten können weiter vollständig und dauerhaft mit Wärme versorgt werden.

An den vom Großbrand bei der Firma Adler OHG direkt betroffenen Netzbereich Bonndorf II sind rund 130 Abnehmer angeschlossen, an Bonndorf I rund 150 Abnehmer.

Der finanzielle Schaden an der Wärmeübergabestation sei überschaubar, so Bene Müller. Löschwasser sei in den Betriebsraum eingedrungen. Mittlerweile seien Pumpenanlage und Druckerhöhung auf den Leitungen wieder möglich. Derzeit liefere die Adler OHG überhaupt keine Abwärme in das System. Ihm liegen bislang auch keine Informationen vor, wann dies wieder der Fall sein wird, so Bene Müller.

Beim Großbrand des Werksgebäudes der Adler OHG war die Wärmeübergabestation der Solarcomplex AG beeinträchtigt worden. Die industrielle Abwärme aus der Produktion des Fleisch- und Wurstwarenproduzenten wird seit 2016 in das Wärmenetz eingespeist. Die Solarcomplex AG reagierte nach Ausfall der „Adler OHG-Einheit“ umgehend.

Da nach dem Brandereignis aus dem Gewerbebetrieb keine Abwärme mehr in den Netzbereich Bonndorf II (Mitte) eingespeist werden konnte, sei ein sogenannter Bypass im Bereich des Gasthauses Germania genutzt worden. Dieser habe eine Versorgung des betroffenen Netzbereichs durch eine Notversorgung aus dem zweiten, anderweitig versorgten Netzbereich Bonndorf I (Weststadt) ermöglicht und sichergestellt. Es sei beim Bau der Wärmeversorgung eine kluge Entscheidung gewesen, den Bypass zwischen den Netzbereichen einzurichten, so Bene Müller.

Um die Versorgung der beiden Netzabschnitte durch den Bereich Bonndorf I zu sichern, greife die Solarcomplex AG neben der dortigen industriellen Wärmezufuhr auch auf die Hackschnitzelanlage der Heizzentrale in der Bahnhofstraße zurück, erläuterte Bene Müller. Diese beiden Zulieferkomponenten werden je nach Leistungsbedarf gefahren.

Über die Bypass-Lösung hinausgehend könnte auch eine sogenannte mobile Heizzentrale jederzeit an eines der beiden Wärmenetze angeschlossen werden, versicherte Bene Müller. Dies komme aber erst dann in Betracht, wenn die Adler OHG bis im Herbst nicht in den Netzabschnitt BonndorfII einspeisen könne. Dieses Szenario sei allerdings unwahrscheinlich. Eine mobile Heizzentrale auf Heizölbasis würde im Bedarfsfall auf dem Gelände der Adler OHG stationiert werden. Die Versorgungssicherheit in die Bonndorfer Wärmenetze sei sehr hoch.

An die beiden Wärmenetze sind neben privaten Wohnbereichen auch ein Dutzend kommunale Gebäude und Einrichtungen angeschlossen. Es sind dies die beiden Kindergärten Obertal sowie Martinstraße, das alte Forsthaus und das Schloss Bonndorf samt Narrenstube, das Bildungszentrum (Realschule und Grundschule) und die dortige Mensa Logofit sowie die Stadthalle, das Rathaus und das Pfadfinderheim sowie das Schwimmbad. Das Bonndorfer Gesamtwärmenetz soll noch diesen Sommer erweitert werden. Bene Müller bestätigte weitere zehn Kunden, die anschließen möchten.