In Wittlekofen selbst hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die Bedenken gegen das Vorhaben angemeldet hat. Stadtverwaltung und Bonndorfer Gemeinderat sehen ebenfalls noch erheblichen Klärungsbedarf, insbesondere in Bezug auf Geruchsimmissionen und Wasserbelastung (wir berichteten bereits).

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Wie Bürgermeister Michael Scharf und Nicole Messerschmid vom Stadtbauamt in jüngster Gemeinderatssitzung bekannt gaben, hat die Stadtverwaltung eine Stellungnahme ans Landratsamt geschickt, mit der Bitte, die aufgeführten Bedenken gegen das Projekt zu beurteilen und die noch offenen Fragen zu beantworten. Vor einer rechtlichen Beurteilung der übergeordneten Behörde, könne seitens der Stadt kein Beschlussvorschlag zum Antrag auf immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Legehennenstalls formuliert werden, stellte der Rathauschef klar.

Stadt fordert Geruchsgutachten

In dem Schreiben fordert die Stadt ein umfangreiches neutrales externes Geruchsgutachten, um eine Belastung der Anwohner ausschließen zu können. Gebeten wird auch darum, die Gefahr von Bodenerosionen im Bereich des Auslaufs der Legehennen prüfen zu lassen – gegebenenfalls ebenfalls durch ein externes Gutachterbüro. Da sich das Bauvorhaben laut Aussagen der Bevölkerung in der Nähe von Quellen befindet, gelte es, eine mögliche Verschmutzung zu verhindern.

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Dies gelte auch für den Bach, der direkt in die Steina fließt, und der bereits durch die vorhandene Rindviehhaltung belastet sei. Eine intensive Hühnerhaltung würde diese Situation sicherlich noch verschärfen, heißt es in dem Schreiben. Insofern sollte das Bauvorhaben aus Sicht des Wasser- und Grundwasserschutzes beleuchtet werden. Sorgen bereitet ferner ein wahrscheinlicher Einsatz von Antibiotika, dies hinsichtlich einer Grundwasserverunreinigung und einer Freisetzung von multiresistenten Keimen. Aufgefordert wird das Landratsamt, zu prüfen, ob der Bauherr das notwendige Futter für die Tiere zur Verfügung stellen kann, was für den Privilegierungstatbestand von Bedeutung ist.

Was passiert mit dem Mist?

Eine weitere Frage, die die Bürger und die Stadtverwaltung geklärt haben wollen, ist die: Was passiert mit dem Mist? Seitens des Landwirts sei vorgesehen, den Mist zwei mal in Woche in die Biogasanlage nach Boll zu fahren. Keine Auskunft gebe es aber bislang darüber, ob das Gärprodukt dann wieder zurück nach Wittlekofen kommt und dort auf den Feldern ausgebracht wird.

Außerdem wird befürchtet, dass die Verwertung des Mists in der Biogasanlage keine dauerhafte Lösung sein wird, weil der Sandanteil im Mist zu hoch ist, was dazu führen könnte, dass der Biogasanlagenbetreiber die Annahme des Mists ablehnen wird. Darf der Hühnermist dann auch direkt auf die Felder ausgebracht werden? Auch diese Frage möchte die Stadt geklärt haben. Dasselbe gilt für den Boden im stallnahen Außenbereich, der regelmäßig ausgetauscht und ebenfalls entsorgt werden müsse. Last but noch least wird darauf hingewiesen, dass sich das Bauvorhaben im Landschaftsschutzgebiet „Hochschwarzwald“ befinde, das Bauvorhaben könnte den Schutzzielen widersprechen.

Bürgermeister Michael Scharf machte in der Sitzung noch deutlich, dass die Stadt sich bei einer Beurteilung des Baugesuchs an die rechtlichen Regelungen zu halten habe, sprich – stufen die übergeordneten Behörden das Bauvorhaben als genehmigungsfähig ein, werde er dem Gemeinderat ebenfalls ein Einvernehmen verschlagen.