Über 20 Jahre Berufserfahrung verfügt der gelernte Gärtner und Schreiner Christian Stockheim inzwischen. Zunächst als Gärtner in der Gehölzpflege tätig, bildete er sich in einer zweijährigen Ausbildung zum zertifizierten Baumkontrolleur und darüber hinaus zum Baumpfleger weiter.

Inzwischen ist er als Abteilungsleiter für Baumkontrolle und Baumpflege bei einem Fachunternehmen in Albbruck tätig und betreut zudem mit seinem eigenen Betrieb Privatpersonen, Kommunen und Unternehmen in ganz Deutschland.

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Zu den Aufgaben eines Baumkontrolleurs gehört es, die Verkehrssicherheit von Bäumen festzustellen, und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einzuleiten, erläutert Stockheim. Und dafür sei ein umfangreiches Fachwissen erforderlich. Beispielsweise in Sachen Pilze, von denen es eine große Anzahl, darunter zahlreiche holzzersetzende Arten, gibt. Manche Pilze sind für den Baum unschädlich, andere wie der Baumkrustenpilz zerstören den Baum innerhalb weniger Wochen, erklärt er. Ein befallener Baum müsse zwingend gefällt werden, auch wenn er noch vital ist.

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Im Rahmen der Baumkontrolle stellt Stockheim den Zustand des Baumes sowie die erforderlichen Maßnahmen und deren Dringlichkeit fest. Zu den Maßnahmen gehören das Fällen, wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist, Totholzbeseitigung, Kronensicherungsschnitt oder Kronensicherung und vieles mehr.

Werden Schäden entdeckt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Baum zu retten. Mit einer flexiblen Dreieckssicherung wird beispielsweise die Krone einer dreistämmigen Schwarzkiefer (Foto) gesichert.
Werden Schäden entdeckt, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Baum zu retten. Mit einer flexiblen Dreieckssicherung wird beispielsweise die Krone einer dreistämmigen Schwarzkiefer (Foto) gesichert. | Bild: Christiane Sahli

Solche Maßnahmen kann der ausgebildete Baumpfleger auch selbst erledigen. Oftmals sei für die Arbeiten eine Hebebühne erforderlich. Ist deren Einsatz nicht möglich, sichert sich Stockheim mittels Seiltechnik im Baum. Viele der Bäume, die er kontrolliert und gepflegt hat, behält Stockheim auch weiter im Blick: „Ich begleite sie wie ein Hausarzt“, sagte er.

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Für Christian Stockheim ist neben der Verkehrssicherung noch etwas anderes ganz wichtig: Unabhängig von der Wirtschaftlichkeit will er den Baum so lange wie möglich gesund und vital erhalten. Denn durch Bäume werde Kohlenstoffdioxid (CO2) jahrhundertelang gebunden und dafür Sauerstoff produziert, sagte er.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für den Erhalt von Bäumen sei der Naturschutz, denn Bäume sind eigene Ökosysteme. „Besseren Naturschutz als durch den Erhalt von Bäumen kann man nicht betreiben.“ Als Beispiel nannte er eine durch Pflegemaßnahmen erhaltene alte Linde, die Lebensraum für 10.000 Lebewesen biete.

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Anhand von Beispielen in Bernau zeigte Stockheim Pflegemaßnahmen auf. Aus wirtschaftlichen Gründen hätte eine Rosskastanie mit einer großen Höhlung im Stamm gefällt werden sollen. Dank einer Kronensicherung mittels eines Stahlseils und weiterer Maßnahmen konnte der Baum und damit ein Lebensraum für Fledermäuse in der Höhlung des Baumes erhalten bleiben. Und in den Wassertaschen des Baumes leben Larven, die einer Vogelart als Nahrung dienen.