Der direkte Kontakt zu den Menschen ist in diesen Zeiten eher schwierig, große Wahlkampfveranstaltungen gibt es gar nicht. Felix Schreiner, der für die CDU erneut in den Bundestag einziehen will, nutzte dennoch die Gelegenheit, mit Promiunterstützung für sich im kleineren Kreis zu werben. Zusammen mit Marion Gentges, Ministerin für Justiz und für Migration, lud er zum Gespräch über die Heimat ein – 34 Besucherinnen und Besucher kamen in das Forum Erlebnisholz in Bernau.

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Die verhältnismäßig kleine Gruppe war gut gemischt: Neben Besuchern, die sich klar zur Partei bekannten, und solchen, die sie nach eigenen Angaben zwar häufig wählten, nun aber mit deren Positionen haderten, waren auch Gäste, die anderen Parteien angehören. Das Gespräch über die Zukunft der Heimat sollte im Mittelpunkt stehen. „Ich bin etwas in Sorge“, sagte der Bundestagskandidat Felix Schreiner. Denn das Ehrenamt, das die Heimat präge, genieße nicht mehr den hohen Stellenwert. Kultur, Musik, Sport – viele Bereiche, die für gleichwertige Lebensbedingungen in ländlichen Regionen sorgten, leben vom freiwilligen Engagement. Doch Vereinen falle es immer schwerer, Mitstreiter zu gewinnen. Die Stärke des Hochtechnologielandes Baden-Württemberg mache aber das Ehrenamt aus, sagte Ministerin Marion Gentges.

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Während Schreiner das Ehrenamt in den Mittelpunkt der Diskussion über die Zukunft der Heimat stellen wollte, lenkten die Bürgerinnen und Bürger den Blick auf andere Bereiche: Nicht nur, dass 1000 Windräder im Land aufgestellt werden sollen, sagte ein Mann, nun „muss mit der Brechstange auch noch der Wolf kommen.“ „Ich will nicht zurück zur Atomkraft“, sagte Schreiner, dennoch habe er Verständnis für die Ablehnung von Windkraftanlagen „in landschaftlich sensiblen Gebieten“. „Am Schluss braucht der Mensch auch Lebensraum. Das kommt mir zu kurz“, ergänzte er. Die Notwendigkeit der Energiewende sahen alle Redner.

Klima- und Hochwasserschutz

Klimaschutz sei ein wichtiges Thema, sagte St. Blasiens Bürgermeister und stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender Adrian Probst. Die Partei müsse sich aber mit viel mehr Themen beschäftigen und dazu Lösungsvorschläge liefern. Während man als Kommune leicht einen Fördertopf finde, wenn man irgendwas mit Klimaschutz vorhabe, falle es schwer, Zuschüsse für andere Projekte zu erhalten, die für die Heimat ebenfalls sehr wichtig seien: Für Hochwasserschutz, Sicherheit oder Kultur im ländlichen Raum seien keine Förderprogramme vorhanden. Praktische Probleme konnte auch Bernaus Altbürgermeister und Vorsitzender der CDU-Kreisratsfraktion Rolf Schmidt benennen: Um etwa junge Menschen in der Region zu halten, müsse man ihnen die Möglichkeit bieten, auch in schützenswerten Schwarzwaldhöfen moderne Wohnungen einbauen zu können.