Die Ablehnung des Projektes „Panoramahütte„ durch das Stuttgarter Umweltministerium sei ärgerlich, zudem habe der Grünen-Politiker Reinhold Pix die Sache falsch dargestellt.

Das sagt zumindest Altbürgermeister Rolf Schmidt im Gespräch. Die für das geplante Berggasthaus benötigte Fläche sei ein „Muckenschiss“, die von Pix angeführte Landschaftszerstörung sei deshalb seiner Meinung nach an den Haaren herbeigezogen. Das Ministerium in Stuttgart wolle „halt einen Präzedenzfall verhindern“, glaubt Schmidt.

Bernau und der Südschwarzwald bräuchten ein solches Berggasthaus aber, um den für die Region wirtschaftlich wichtigen Tourismus zukunftsfähig zu machen. Denn „jeder weiß, die Winter sind schwächer“ und eine Alternative zum Skisport sei nur das Wandern. Die Gemeinde Bernau sei mit Naturschutzgebieten „besonders belastet“, sagt Altbürgermeister Schmidt.

Es müsse möglich sein, eine verhältnismäßig kleine Fläche für ein solches Projekt aus dem Schutzgebiet heraus zu nehmen, ohne gleich alles in Frage zu stellen. Bernau und andere Kommunen bräuchten ein Berggasthaus, das den heutigen Ansprüchen genüge.

In einem Wohn- oder Gewerbegebiet könne man so ein Projekt nicht umsetzten, ein Berggasthaus müsse an attraktiven Wanderrouten liegen. Natürlich wäre es ihm lieber gewesen, eine gemeindeeigene Fläche nutzen zu können. So wäre es für die Kommune noch einfacher gewesen, eine weitere Wohnbebauung auf dem Areal auszuschließen, die er auch nicht haben wollte, ebenso wenig wie Autoverkehr.

Kritik auch an Behördenvorgehen

Verärgert habe ihn auch das Vorgehen der Behörden und des Petitionsausschusses des Landtages: Im Biosphärengebiet sei die Fläche rund um das geplante Berggasthaus als Entwicklungsfläche ausgewiesen. Schmidt: „Das ist ein Widerspruch. Wieso macht man das, wenn man die Fläche dann gar nicht nutzen darf?“ Investoren und Gemeindeverwaltung hätten ja auch einen Standort am Berg gewollt, um ein attraktives und wirtschaftlich darstellbares Angebot zu schaffen. Und die Behörden hätten den Standort nicht rundweg abgelehnt.

Hinterfragen müsse man auch das unübliche Vorgehen des Petitionsausschusses, der nicht wie üblich und vorgesehen über die Petition abgestimmt habe. Nach positiven Signalen aus der CDU-Fraktion habe er keine Reaktion mehr zu dem Thema gehört, was ihn auch enttäuscht habe. Und es sei sehr ärgerlich, dass es bis jetzt noch keine schriftliche Stellungnahme gebe.

„Man kann wenigstens eine richtige Antwort erwarten“, sagt Rolf Schmidt. So wisse man nicht, wieso nicht entschieden wurde und man könne auch nicht darauf reagieren. Schmidt: „Man muss doch ein Verfahren ordentlich zu Ende bringen.“

Er müsse akzeptieren, dass die Gemeinde nun das Projekt „Panoramahütte“ nicht weiter verfolgt, sagt Schmidt. Das sei auch vor dem Hintergrund wegfallender Gästebetten schade. Jede Investition sei gut, besonders erfolgreich könne sie werden, wenn etwas Besonderes geschaffen werde. Und dort, wo solche Berggasthäuser existieren, beispielsweise im Nordschwarzwald oder in den Alpen, werden sie mit Erfolg betrieben, sagt Schmidt.

Das auf dem Kaiserberg geplante Berggasthaus hätte das Landschaftsbild nur in einem engen lokalen Umfeld beeinträchtigt, die Windkraftanlagen, beispielsweise in Gersbach, könne man aus einer großen Entfernung sehen.

Ohne die Petition wäre das Projekt auf dem Kaiserberg wohl genehmigt worden, glaubt Rolf Schmidt.