Zur 20. Kunstausstellung in 22 Jahren hat die SLG Kunststoff in ihre Räume in Bernau eingeladen. Das ansonsten jährliche Kunstereignis fiel in den beiden vergangenen Jahren der Corona-Pandemie zum Opfer. SLG-Gesellschafter Dieter Stockkamp blickte zunächst mit einer Präsentation von Werken auf die 20 Ausstellungen zurück, bevor er die Malerei von Dieter Krieg in den Mittelpunkt stellte. Der Thoma-Preisträger von 1993 starb im Jahr 2005.

Jürgen Knubben, Bildhauer aus Rottweil, führte in Bernau in Kriegs Werk ein. Mit der Liaison SLG und Kunst habe im Jahr 2000 ein ungewöhnliches Projekt begonnen: Auf der einen Seite ein Unternehmen, in dem praktische Kunststoffteile für den Alltag entstehen, auf der anderen Seite individuelle Kunstwerke, die auf den ersten Blick keinen bestimmten Zweck erfüllten. Es gelte, voneinander zu lernen – auch, weil sich der Erfolg von industriellen Produkten kaum vom Erfolg der autonomen Kunst unterscheide. Die 20. Ausstellung zeige noch einmal Kunst von besonders hoher Qualität, in deren Mittelpunkt Dieter Krieg stehe.

Krieg habe seine Motive in den Niederungen des Alltags gesucht und gefunden, so Knubben. So malte er Gegenstände wie Stöcke, Schornsteine, Äste, leere Gläser, Spiegeleier und Gänsefüße. Meist sei die Belanglosigkeit der Dinge in zu großen Formaten mit aufwendigen malerischen Mitteln in zu raffinierter Farbigkeit inszeniert, um wirklich belanglos zu sein, erklärte Knubben.

Zu Kriegs Werken gesellen sich in Bernau mit Axel Brandt, Isa Dahl und Cornelius Völker drei seiner ehemaligen Schüler, die bei ihm an der Akademie in Düsseldorf studierten. Auch von ihnen sind ein paar Arbeiten in Bernau zu sehen. Beispielsweise kunstvoll bemalte Lautsprecher von Isa Dahl. Diese Outdoor-Lautsprecher ergänzen das Klang- und Lichterlebnis jeweils mit einem Motiv der bildenden Kunst und wurden zum Produkt des Jahres 2011 „als bestes Kunststoffprojekt“ gewählt und ausgezeichnet.

Einen Wermutstropfen erfuhren die Gäste von Dieter Stockkamp. Er gab bekannt, dass diese 20. Ausstellung die letzte war. Neben dem Rottweiler Oberbürgermeister war auch der bekannte Comedian Heinrich Del Core, ebenfalls aus Rottweil, nach Bernau gekommen. Er unterhielt die Gäste mit seinen spaßigen Erzählungen.