Eine neue Skulptur hat das Hans-Thoma-Kunstmuseum in seine Ausstellung aufgenommen. Das Werk „Rabe auf Bär“ ist eine Dauerleihgabe des Landes Baden-Württemberg, geschaffen wurde es von Thomas Putze.

Die Skulptur „Rabe auf Bär“ ist jetzt in Bernau zu sehen.
Die Skulptur „Rabe auf Bär“ ist jetzt in Bernau zu sehen. | Bild: Hans-Thoma-Museum

Im Hinblick auf die finanziellen Einbußen der freischaffenden Bildenden Künstlerinnen und Künstler durch die Corona-Pandemie hat das Kunstministerium von Baden-Württemberg den Etat für die Kunstsammlung des Ministeriums auf 200.000 Euro verdoppelt. Außerdem wurden im Rahmen eines Sonderprogramms zusätzlich 100.000 Euro für Ankäufe nicht-staatlicher Museen ausgelobt.

Diese Häuser konnten einen Antrag beim Ministerium stellen. Zusammen mit 13 anderen Museen aus dem Land kam das Bernauer Hans-Thoma-Kunstmuseum zum Zug. Das Haus erhält eine Holzskulptur des Künstlers Thomas Putze als Dauerleihgabe. „Es freut mich sehr, dass wir ein Werk Thomas Putzes dauerhaft bekommen. Es wird unsere Sammlung im Bereich der Gegenwartskunst wesentlich bereichern“, sagte Museumsleiterin Margret Köpfer. In diesem Jahr sollte es eigentlich auch eine Ausstellung mit Werken des Künstlers geben, die Pandemie machte aber einen Strich durch die Planung des Museums – die für das Jahr 2020 geplante Putze-Schau musste verschoben werden.

Thomas Putze wurde 1968 in Augsburg geboren. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung als Landschaftsgärtner, bevor er in Wuppertal das Studium der Theologie aufnahm. Später studierte er Bildhauerei an der Stuttgarter Kunstakademie bei den beiden Professoren und Thoma-Preisträgern Werner Pokorny und Micha Ullman. In den Jahren 2005 und 2006 erhielt Putze ein Graduiertenstipendium des Landes Baden-Württemberg.

Für sein Werk, das er bereits in zahlreichen Ausstellungen präsentiert hat, wurde der Künstler mehrfach ausgezeichnet, so etwa mit dem Kunstpreis der Evangelischen Landeskirche 2012. Werke Putzes wurden beispielsweise von der Staatsgalerie Stuttgart, dem Forum Kunst Rottweil und der Sammlung LBBW (Landesbank Baden-Württemberg) angekauft.

Dass das Hans-Thoma-Kunstmuseum nun eine Holzskulptur von Thomas Putze erhält, ist insofern besonders stimmig, als die künstlerische und kunsthandwerkliche Beschäftigung mit dem Material Holz in Bernau eine lange Tradition besitzt und bis in die Zeit Hans Thomas und über ihn hinaus zurückreicht. Putzes Werk „Rabe auf Bär“ (Linde/Tusche, 2018/2019, 110 x 50 x 45 Zentimeter), das künftig ein fester Bestandteil der Bernauer Sammlung sein wird, überschreitet geschickt die Grenzen naturalistischer Darstellung, obwohl es im Detail durchaus eine große realistische Anmutung besitzt. Dadurch eröffnet die Skulptur den Betrachtern einen weiten Assoziationsrahmen, der sich bis in die Bereiche der Emblematik und Symbolik erstreckt.

Thomas Putze sagt über seine Tierbildnisse: „Wenn ich mich für Tiere interessiere, tauche ich in den Eindruck von dem wilden Wesen ab, die künstlerische Arbeit ist wie ein Auftauchen in die meist etwas unwirtlichere Realität des Materials und meiner selbst.“

In ihrer Doppelstruktur, die den Raben auf dem Kopf des Bären zeigt, mag die Dauerleihgabe an Werke Werner Pokornys erinnern, die gleichfalls zwei oder mehrere Bildelemente, Gefäße zum Beispiel oder Häuser, aufeinanderstapeln.