Jetzt hat auch Bernau einen Bücherschrank, bei dem Lesefreunde kostenlos Bücher mitnehmen oder auch ihre ausgelesenen Exemplare weitergeben können. Eingerichtet hat ihn Elke Schmidt auf dem Hof vor ihrem Haus im Bernauer Ortsteil Dorf, direkt an der Durchgangsstraße. Und da ist er auch kaum zu übersehen in seinem leuchtenden Rot und Gelb.

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„Ich hatte die Idee schon seit zwei Jahren im Kopf“, erzählt Elke Schmidt bei einem Besuch. In Bad Säckingen gebe es so einen öffentlichen Bücherschrank schon lange, und sie habe dort auch immer wieder etwas mitgenommen. Im Frühjahr habe sie zudem ihren eigenen Bücherschrank durch Regale ersetzt und dabei gesehen, wie viele Bücher sie besitzt, die längst gelesen sind.

Und nach der langen Vorlaufphase ging es dann ganz schnell: Elke Schmidt fragte beim Recyclinghof in St. Blasien nach, ob dort ein geeigneter, dicht schließender Kühlschrank übrig wäre. Die Mitarbeiter, die ebenfalls einen Bücherschrank betreiben, waren überaus hilfsbereit, ein entsprechender Schrank war schnell gefunden. Und rein zufällig war gerade ein Freund der Schmidts mit einem Anhänger auf dem Recyclinghof, der den alten Kühlschrank nach Bernau mitnehmen konnte.

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Die Gestaltung wurde dann ein Mutter-Tochter-Projekt, wie Elke Schmidt schmunzelnd erzählt. Sie besorgte die bunten Farben, Tochter Nicole sprühte den Schrank an und versah ihn auch gleich mit einer Gebrauchsanleitung. „Zeilen zum Teilen“ ist auf der Tür zu lesen, und an der Seite die Regeln, um deren Einhaltung Elke Schmidt die Nutzer bittet. Sie sollen keine Bücher daneben stellen, wenn der Schrank voll ist, Bücher dürfen behalten, aber auch nach der Lektüre zurückgebracht werden. „Ich will es nicht überwachen“, sagt Elke Schmidt, aber wenn sie sehe, dass ein Buch so gar keinen Abnehmer findet, dann würde sie es auch einmal aus dem Schrank entfernen, um Platz für Neues zu schaffen.

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Wichtig ist ihr, dass nicht nur „alte Schinken“ im Bücherschrank stehen, sondern Lektüre, die den Nutzern Lust macht zum Lesen. Bisher, so hat sie beobachtet, waren unter anderem viele Krimis dabei. Dass ein solcher Platz, um Bücher auszutauschen, gut ankommen würde, hatte Elke Schmidt schon im vergangenen Jahr bemerkt, erzählt sie schmunzelnd im Gespräch mit dieser Zeitung. Damals hatte eine Freundin bei sich am Haus eine Bank vors Haus gestellt und zum Büchertag eingeladen, und zahlreiche Besucher, auch Wanderer, die am Haus vorbeikamen, hatten die Gelegenheit genutzt.

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Eine Bank steht auch jetzt direkt neben dem Bücherschrank. Es sei sowieso ein idealer Platz für einen Bücherschrank, sagt Schmidt: direkt an der Straße, mit Platz zum Parken, der Bank, um Taschen darauf abzustellen oder auch einen ersten Blick in die angebotenen Bücher zu werfen, und ein schattenspendender Baum steht auch dort. Als Schutz vor Regen und Schnee soll der Bücherschrank noch eine leicht überstehende Metallplatte als Dach bekommen, dafür hat Schmidt bereits ihren Neffen als Helfer gewonnen.

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Innen im Bücherkühlschrank finden sich nicht nur unterschiedliche Bücher für Erwachsene. In einer Schublade im Gefrierteil des früheren Kühlschrankes haben Kinderbücher ihren Platz gefunden, in einer anderen gibt es CDs. Dort hat sich Elke Schmidt, die in der Caritas-Tagespflege St. Franziskus in Häusern arbeitet, auch selbst schon bedient und mit der Musik die Gäste erfreut.

Positive Bilanz

Denn bereits nach den ersten Wochen, die der Bücherschrank im Bernauer Ortsteil Dorf steht, wird er rege genutzt. Es tauchen immer neue Bücher, Zeitschriften oder auch CDs auf und verschwinden wieder. „Es ergeben sich auch schöne Gespräche“, freut sich Elke Schmidt, die gelegentlich im Hof ist und dann von Nutzern des Bücherschrankes angesprochen wird. „Ich bin ganz glücklich mit dem Teil“, sagt sie.

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