Nach zweijähriger Corona-Zwangspause fand in Bernau er 26. internationale Sensen-Mähwettbewerb des Vereins der Südtiroler in Südbaden statt. Das Wetter passte, enttäuscht hingegen zeigten sich die Veranstalter ob des geringeren Besucherinteresses an dieser sonst so beliebten Sommerveranstaltung im Bernauer Tal.

Dennoch war das Wettmähen für Teilnehmer und Besucher ein schönes Erlebnis, wozu auch das ideale Mähwetter beigetrug. Heinrich Sanin, Vorsitzender des Vereins der Südtiroler in Südbaden, sowie Martin Depian und Josef Stricker begrüßten Besucher und Teilnehmer und wiesen darauf hin, dass es einen solchen Wettbewerb im Schwarzwald nur in Bernau gebe.

Leider nur wenig Teilnehmer

Im Vergleich zum Wettmähen im Jahr 2019 mit 34 Teilnehmern hatten sich dieses Mal 20 Teilnehmer aller Altersgruppen gemeldet, Bernauer fehlten im Teilnehmerfeld gänzlich. Die Zuschauer fieberten mit den Wettkämpfern, applaudierten Teenagern wie älteren Semestern, unter ihnen zwei mehr als 80 Jahre alte Senioren.

Je nach Alter mussten die Teilnehmern verschieden große Wiesenflächen bearbeiten. Minuspunkte gab es wie immer für stehengebliebene Grasbüschel, was von Schiedsrichtern überprüft wurde – alles humorvoll kommentiert von Martin Depian. Für gute Laune sorgte der Steirer Bua Manfred aus Menzenschwand.

Viele der Teilnehmer sind selbst Mitglieder in Sensenmäh-Vereinen, etwa in der Mähgemeinschaft Pfullingen, die von dem gebürtigen Südtiroler, nach Pfullingen ausgewanderten Karl Villgratner aus Völz am Schlern gegründet wurde. Als Rentner habe er die Zeit, jedes Jahr in seine alte Heimat zum Mähen zu fahren, berichtet er. Das Mähen mit der Sense habe er schon vor seiner Schulzeit daheim gelernt.

Villgratner hat bereits an vielen Wettbewerben teilgenommen und hat auch selbst eine erfolgreiche Mähgemeinschaft gegründet. Der gehört auch Katrin Schwille an, die bei den Frauen die schnellste Mäherin war, und ebenfalls Katrin Schwilles Vater Jörg, der Vize-Weltmeister im Wiesenmähen, der auch das Dengeln bestens beherrscht. Ziel der Sensenvereinigung sei es, das Brauchtum zu ehren und für die Zukunft zu erhalte.

Bei der Siegerehrung im Kurhaus in Bernau überreichten die drei gebürtigen Südtiroler und Verantwortlichen der Bernauer Veranstaltung Martin Depian, Heinrich Sanin und Josef Stricker den Gewinnern Pokale und jedem Teilnehmer ein Gastgeschenk.