Es ist eine musikalische Vielfalt gewesen, wie man sie selten bei einer Veranstaltung erlebt: Rock, Chanson, Volksmusik, tiefgründige Texte oder leichte Unterhaltung – beim Benefiz-Open-Air-Konzert im Bernauer Kurpark gab es für viele Geschmacksrichtungen die richtige Musik. Das Publikum hatte nicht nur bis zum Abend seine Freude, klatschte und tanzte, die Besucher beteiligten sich auch gerne mit ihrer Spende.

Gerne und schnell hatten die Künstler zugesagt, als er zur Teilnahme einlud, sagte Wolfgang Kaiser als Organisator des Konzertes. Es sei der richtige Zeitpunkt für so eine Aktion: Die Musiker wünschten sich dringend wieder Auftrittsmöglichkeiten und die Besucher aus Bernau und den Umlandgemeinden wollten gerne wieder eine Veranstaltung besuchen. Sie kamen und ließen sich von den ruhigeren und manchmal auch sehr rockigen Stücken mitreißen. Manch eine Zuschauerin hielt es denn auch nicht mehr auf ihrem Platz, und die Vorbühne wurde zur Tanzfläche.

Die Vorbühne wurde auch spontan zur Tanzfläche.
Die Vorbühne wurde auch spontan zur Tanzfläche. | Bild: Sebastian Barthmes

Die musikalische Vielfalt sei spannend, sagte ein Gast und lobte, dass neben guter Unterhaltung eben auch dem Anlass entsprechend Tiefgründigeres zu hören war. Protestlieder, die er schon vor 50 Jahren sang, trug beispielsweise Andy Schmidt aus Titisee-Neustadt vor. Ein Lied für alle Vertriebenen auf Jiddisch hatten Vera Maier und Thomas Allgeier unter anderem im Repertoire.

13 Gruppen traten an diesem Nachmittag auf. Dabei waren neben den beiden Bernauer Musikvereinen und der Trachtentanzgruppe unter anderem auch die in der Region bekannte Band Stone Free, eine Tango-Tanzgruppe, die bekannte Band Volxmusik4, das Duo Heidi und Erika, die Blechner oder die Band Hurrican. Die Musik und das schöne Wetter hätten wohl nicht ihre ganze Wirkung entfaltet, wenn nicht noch mehrere Bernauer Vereine das Publikum bewirtet hätten. Die Stimmung jedenfalls war ausgezeichnet, sagte Wolfgang Kaiser erfreut.

Die Bilanz

Eine rundum gelungene Veranstaltung sei das Benefizkonzert am Sonntag gewesen, sagte Bernaus Tourismuschef Matthias Wendle im Rückblick im Gespräch mit dieser Zeitung. Knapp 2200 Euro haben die Besucher gespendet. Das Programm, das am späten Vormittag begonnen hatte, sei „ohne Regen, aber mit sehr viel Freude und Spaß am Abend zu Ende gegangen“. Vereine, Bands, gewerbliche und private Unterstützer hätten gezeigt, „dass man auch nach der Corona-Pause noch in der Lage ist, gemeinsam etwas zu bewegen und ein tolles Fest für diesen wichtigen Zweck zu organisieren“. Der Spendenbetrag werde noch steigen, kündigte Wendle an, denn einige Vereine hätten bereits angekündigt, dass noch weitere Spenden folgen werden. Einen Teil der Erlöse aus der Bewirtung im Kurpark wollen die Vereine dafür an die Gemeinde weiterreichen, die die Spenden verwaltet. Nun soll der konkrete Bedarf der geflüchteten Menschen aus der Ukraine, die derzeit in der Gemeinde Bernau leben, ermittelt werden, „sodass wir eine schnelle und zielgerichtete Unterstützung sicherstellen können“, sagte Wendle abschließend im Gespräch.