Zu einem Tag des offenen Ateliers mit Konzert hatte die in Bernau beheimatete Künstlerin Christel Steier eingeladen. Neben der Präsentation ihrer vielfältigen künstlerischen Arbeiten hatte Steier die Soul- und Bluessängerin Saskia Kaiser alias SKIAA eingeladen, die gemeinsam mit Gitarrist Tobias Nußbaumer als Abschluss dieses Tages ein Konzert gab.

Saskia Kaiser und Tobias Nußbaumer beim Konzert in der Lagerhalle.
Saskia Kaiser und Tobias Nußbaumer beim Konzert in der Lagerhalle. | Bild: Karin Steinebrunner

Steier hatte in ihrer Funktion als künstlerische Leiterin des Holzbildhauersymposiums St. Blasien die in der Kunstwerkstatt des Kollegs arbeitende Saskia Kaiser kennen gelernt und sie bei ihrer Crowdfundingkampagne anlässlich einer geplanten Studioaufnahme unterstützt. Im Gegenzug hatte ihr die Musikerin ein Konzert zugesagt. Überaus zufrieden zeigte sich Steier über den Besuch. Den ganzen Nachmittag über, so Steier, hatte sie Besucher begrüßen können, immer gerade so viele, dass ihr Hygienekonzept nicht ins Wanken gekommen war und die Gäste sich trotzdem gemütlich und in aller Ruhe umsehen konnten. Was sie zu sehen bekamen, war eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Arbeiten in einer anregenden Atelieratmosphäre, in der in Szene gesetzte Objekte neben Arbeitsmaterialien positioniert waren.

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Da grüßten weite, spärlich mit einzelnen pflanzlichen Objekten ausgestattete fiktive Landschaften wie innere Seelengemälde in allen Größen und Facetten von den Wänden herunter. Durchbrochene, äußerst filigrane Holzskulpturen wechselten sich mit massiven, großformatigen Formen ab. Dazwischen gaben sich bunte, glänzend lackierte Kunstwerke und überdimensionale Schalen ein Stelldichein. Insekten, deren bedrohliche Größe durch ihre weiße Unschuldsfarbe gemildert erschien, bevölkerten eines der großen Atelierfenster.

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Besonders ins Auge stachen zudem meist in Blautönen gehaltene Generationenporträts, einmal als familiäres Kontinuum, einmal als erste Stationen eines Babys vom Dasein im Bauch der Schwangeren bis hin zu ersten eigenständigen Gehversuchen, einmal als Lebenssequenzen einer Person dargestellt, zusammengefasst aus deren verschiedenen Altersstufen. „Mit diesen seit 2016 entstandenen Arbeiten habe ich versucht, Geschichten zu erzählen“, erklärt Christel Steier. Zur Untermauerung dieser Absicht erzeugt sie durch schattenhaft hinzugefügte Gliedmaßen oder Silhouetten im Hintergrund den Anschein von Bewegung.

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Für den ursprünglich im Freien geplanten Auftritt von SKIAA hatte Steier dank der Flexibilität ihrer Vermieter kurzfristig eine benachbarte Lagerhalle zum Konzertsaal umnutzen können und konnte so in Zeiten von Corona, wie sie humorvoll erklärte, „wenigstens kleine Rosinchen in Sachen Veranstaltung ausstreuen“.

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Saskia Kaiser und ihr spontaner Gitarrenbegleiter Tobias Nußbaumer brachten denn auch gleich die nüchterne Halle mit ihrer hohen Musikalität zum Grooven. Mit weich timbrierter Soulstimme, die aber auch in traumverlorene Kopfstimmenhöhen zu entschwinden vermag, fesselte SKIAA von Anfang an ihre Zuhörer. Ihre teils in englischer, teils in deutscher Sprache verfassten Lieder behandeln mitunter durchaus existenzielle Fragen und enden oft in einem zarten nachdenklichen Abgesang. Zwischen ihre Eigenkompositionen fügte sie auch einige Stücke ihrer „großen musikalischen Heldinnen“ wie Tracy Chapman oder dem im Frühjahr verstorbenen Bill Withers ein, wobei sie probehalber das Publikum auch schon einmal den Refrain singen ließ. Dabei genoss sie es, aufgrund der kongenialen Verbindung mit Tobias Nußbaumer mitunter auch, die Gitarre aus der Hand legen und sich ganz dem Gesang widmen zu können. Ihr Duopartner bereicherte ihren Auftritt auch sonst durch fetzige Begleitung, gekonnte kleine Soloeinwürfe und aparte Zwiegespräche.

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