Der Liftverbund Feldberg wächst: Seit Donnerstag ist die Gemeinde Bernau mit ihren drei Skiliften Kooperationspartnerin. Den Vertrag haben Bernaus Bürgermeister Alexander Schönemann und der Chef des Liftverbundes, St. Blasiens Bürgermeister Adrian Probst, unterzeichnet. Die Kooperation zwischen Gemeinde und Liftverbund hatte der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Montag beschlossen, am Mittwoch ist der Vertrag nun unterzeichnet worden.

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All das, „was der Kunde direkt wahrnimmt“ sei Sache des Liftverbundes, sagt dessen Vorsitzender Adrian Probst. Das Marketing sei dabei die wichtigste Aufgabe. Den Liftbetrieb regeln die Eigentümer selbstständig. Zweimal im Jahr treffen sich die Gesellschafter der Liftverbund Feldberg GbR, zu den Sitzungen stoßen dann auch die Kooperationspartner aus Todtnau, Oberried, Aitern und jetzt auch Bernau dazu. Gemeinsam entscheide man beispielsweise über Marketingmaßnahmen oder Ticketpreise, sagt Adrian Probst.

Bernaus Bürgermeister Alexander Schönemann (links) und der Chef des Liftverbundes Feldberg, Adrian Probst, unterschreiben den Kooperationsvertrag.
Bernaus Bürgermeister Alexander Schönemann (links) und der Chef des Liftverbundes Feldberg, Adrian Probst, unterschreiben den Kooperationsvertrag. | Bild: Sebastian Barthmes

In diesem Jahr sei besonders viel vor der Skisaison zu klären, weil sich die kommunalen und privaten Skiliftbetreiber „auf den Corona-Winter vorbereiten“, wie Probst sagt. Man müsse zum Beispiel den Ticketverkauf regeln oder Hygienekonzepte erarbeiten.

Gerade für den Kartenverkauf über das Internet, der eine Voraussetzung ist, um überhaupt die Bahnen im Winter in Betrieb nehmen zu können, sei die Kooperation ein großer Vorteil, denn sie senke beispielsweise die Kosten für eine Onlineplattform für den Kartenvorverkauf. Der Kartenverkauf sei in Bernau nicht mehr zeitgemäß gewesen, sagt Bürgermeister Alexander Schönemann. Je eine Kartenrolle für die vielen Tarife habe man benötigt, die Abrechnung erfolgte per Hand. Ohnehin habe man sich deshalb nach einem modernen Kassensystem umgeschaut und umgehört. Bei der Stadt St. Blasien wurde Bernau fündig und kaufte sechs gebrauchte Drehkreuze. Zusätzlich investierte die Gemeinde in ein modernes Kassensystem.

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So sei auch die Kooperation mit dem Liftverbund als Thema in den Vordergrund getreten – ohne die gerade geschaffene technische Grundlage sei sie gar nicht möglich gewesen, sagen Schönemann und Probst. Mit der neuen Kooperation sei eine bereits bestehende kleine Verbindung verstärkt worden, denn Bernau akzeptiere schon lange auch den Schwarzwälder Skipass.

Durch das Marketing des Liftverbundes werde Bernau profitieren, sagt Schönemann, außerdem seien „viele Synergien entstanden“. Vor allem aber gehe es um die positive Entwicklung der Region insgesamt, sagen beide Bürgermeister. Neben „dem Leuchtturm Feldberg können auch die kleinen Skigebiete zum Erfolg der Wintersportregion beitragen“.

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Für den Liftverbund sei die Gemeinde Bernau „natürlich ein interessanter Partner. Es ist eine Wintersportgemeinde der ersten Stunde und das Thema wird dort auch gelebt“, sagt Probst. So ein Partner stärke die Marke Skigebiet Feldberg. Im Verhältnis zu anderen Skigebieten sei der Liftverbund immer noch „eine kleine Gruppe, aber eine schlagkräftige“, formulierte er es. Außerdem habe man jetzt noch größeren Gestaltungsspielraum, um Wintersportlern ein gutes Angebot machen zu können, auch wenn im Skigebiet Feldberg selbst die Kapazitätsgrenze an bestimmten Tagen erreicht sein sollte.

Für Bernau komme die Zusammenarbeit genau zur richtigen Zeit, sagt Schönemann. Denn die Corona-Vorgaben, beispielsweise eine Kontingentierung der Skiliftkarten, hätte man im Thoma-Tal ohne das neue moderne Kassensystem und ohne Onlineverkauf gar nicht erfüllen können.

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