Die Unesco-Urkunde zur Anerkennung des Biosphärengebiets Schwarzwald wurde 2017 im Bernauer Kurhaus überreicht. Jetzt wurde dort auch die erste dezentrale Informationsstelle des Biosphärengebietes im Foyer eingeweiht. Das Herz des Biosphärengebietes schlage in Bernau, sagte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, die die Einweihung gemeinsam mit Waldshuts Landrat Martin Kistler und Bürgermeister Alexander Schönemann vornahm.

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Auch wenn die erste dezentrale Informationsstelle des Biosphärengebietes in Bernau eröffnet werde, sei der Ort doch nicht dezentral, vielmehr schlage das Herz des Biosphärengebietes in Bernau, sagte die Regierungspräsidentin und zeigte sich begeistert über das Miteinander im Ort. Man wolle das Biosphärengebiet mit Leben füllen und da sei Bernau vorne mit dabei: Mit der Überreichung der Anerkennungsurkunde, dem ersten Biosphärenfest und nun auch mit der ersten dezentralen Informationsstelle.

Die dezentrale Informationsstelle, der weitere folgen sollen, sei ein Schaufenster der Region. Es gelte, die Eigenarten des Biosphärengebietes herauszustellen, aber auch die Besonderheiten der jeweiligen Gemeinde zu zeigen, erklärte Bärbel Schäfer und nannte für Bernau die Holzverarbeitung als Profil. Die Einweihung geschehe nicht etwa nur pro forma, man wolle vielmehr damit den Startschuss für weitere dezentrale Informationsstellen geben, fuhr sie in der Hoffnung auf Nachahmer fort.

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Die Freiburger Regierungspräsidentin hatte zudem eine „brandheiße“ Information im Gepäck: Man habe für dieses Jahr 100.000 Euro für weitere Informationsstellen losgeeist, noch fünf weitere dieser Projekte wolle man im Jahr 2020 noch angehen. Landrat Martin Kistler erklärte, das Biosphärengebiet Schwarzwald leiste einen Beitrag für die Zukunft der Menschen, es werde geerntet, was erfolgreich gesät worden sei. Die Landschaft sei in Veränderung, darauf werde man Antworten finden müssen. Dabei könne das Biosphärengebiet ein Beitrag leisten, zeigte sich der Landrat überzeugt.

Der vormals kahle, nackte Raum des Foyers des Bernauer Kurhauses sei nun einladend gestaltet worden, sagte Bürgermeister Alexander Schönemann. Die Kosten (rund 60.000 Euro) werden je zur Hälfte von der Gemeinde und dem Land getragen. Die neue Informationsstelle biete die Gelegenheit, sich zu informieren, sich inspirieren zu lassen, sich Appetit zu holen und sich auf dem Sofa auszuruhen.

Planerin Claudia Kaiser konkretisierte dies. Ziel sei gewesen, ein ansprechendes und angenehmes Ambiente zu schaffen. Sieben Einzelelemente seien wie Perlen durch Holzfäden der Wandverkleidung miteinander verbunden, beschrieb sie das Konzept.

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Eine hinterleuchtete Karte zeigt das Biosphärengebiet, ein Monitor mit berührungsempfindlicher Oberfläche informiert in jeweils einer kindgerechten Version und einer Bearbeitung für Erwachsene über verschiedene Themen wie etwa Landschaft und Lebensraum, Tiere und Pflanzen, Wanderungen, Angebote, aber auch über Partnerbetriebe. In Regalen stehen Informationsmaterial und Prospekte zur Verfügung.

Drei Glasvitrinen bieten örtlichen Betriebe die Möglichkeit, ihre Produkte, derzeit überwiegend Holzprodukte, zu präsentieren. Geplant sei eine Rotation der Aussteller, so Bürgermeister Schönemann. Ein Sofa in der Mitte des Raumes in grün, bezugnehmend auf die Farbe des Biosphärengebietes, lädt zum Verweilen ein.

Im Anschluss an die Eröffnung hatten die Versammelten, unter ihnen auch etliche Gemeinderäte, Gelegenheit, sich die Informationsstelle genau anzusehen, Jan-Hendrik Faßbender, Leiter des Fachbereichs Regionalentwicklung, Regionalmarketing, Tourismus und Wirtschaft in der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwarzwald, erläuterte die Einzelheiten.