Zum letzten Mal leitete Rolf Schmidt – als ehemaliger Bürgermeister und Vorsitzender – die Jahresversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Bernau. In einem kurzen Rückblick erwähnte er das wiederum problembehaftete vergangene Jahr mit Sturm- und Käferholz und die dadurch entstandene Herausforderung der Holzabnahme. Ohne die Waldgenossenschaft wäre es noch schwieriger gewesen, betonte er.

Schmidt fungierte dann als Wahlleiter bei den Neuwahlen des Vorstandsteams für die nächsten zwei Jahre. Traditionsgemäß wurde Alexander Schönemann als Bürgermeister der Gemeinde als größtem Waldbesitzer von Bernau einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter Hilmar Köpfer stand nicht mehr zur Wahl, für ihn wählten die Anwesenden ebenfalls einstimmig Gemeinderat Daniel Goos. Manfred Spitz wurde als zweiter Vorsitzender ebenfalls einstimmig wiedergewählt.

Christine Platz gab den Geschäftsbericht für das Forstwirtschaftsjahr 2019 mit einem Gesamteinschlag von rund 9376 Festmeter (FM) gegenüber den geplanten 3000 FM bekannt, mit dem größten Anteil von Stammholz normal. Die 7378 FM verkauftes Holz – 2018 wurden 2920 FM verkauft – erbrachten einen Umsatz von rund 113.552 Euro gegenüber 149.330 Euro im Jahr 2018. Den Gesamteinnahmen in Höhe von rund 31.072 Euro stehen Ausgaben von 40.761 Euro gegenüber mit einem daraus resultierenden Fehlbetrag in Höhe von 9688 Euro. Die Geschäftsführerin gab bekannt, dass durch noch ausstehende Fördermittel von 12.512 Euro, die erst Anfang Januar eingegangen sind, ein Überschuss entstanden ist. Zum 31. Dezember 2019 betrug das Eigenkapital der FBG Bernau rund 42.464 Euro.

In dem von Christine Platz bekannt gegebenen Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 wird von einem Einschlag von 8000 FM – hauptsächlich Käferholz/Kleinmengen – mit Gesamteinnahmen von 35.824 Euro und Ausgaben von 27.100 Euro und einem daraus resultierenden Überschuss in Höhe von 8724 Euro ausgegangen.

Zum Thema „Bewirtschaftung geschädigter Wälder und Klimawandel“ sagte Helge von Gilsa, dass in Bernau die Welt noch einigermaßen in Ordnung sei, wenn auch davon auszugehen sei, dass der Klimawandel weiter gehe, da es bisher noch nie drei Jahre Dürre und große Hitze hintereinander gegeben habe. Dazu sei der Käferbefall stark ausgeprägt, besonders in niederen Lagen seien die Schäden sehr groß. Dazu komme, dass noch nie so viel Holz angefallen sei wie in den Jahren 2019 und 2020. Deshalb gebe es seit zwei Jahren das „Modellgebiet Schwarzwald“ mit Beispiel Waldshut unter der Projektleitung vom Regierungspräsidium Freiburg. Vorgesehen seien fünf Teilgebiete mit Spezialisten und mehrfacher jährlicher Auswertung zum Thema Wiederbewaldung von Schadflächen und Förderung regionalen Krisenmanagements im Landkreis Waldshut.

In seinem Rückblick ließ Revierleiter Andreas Mutterer wissen, dass er so viele Borkenkäfer wie derzeit noch nie erlebt habe und die Vermarktung der Holzmenge ein großes Problem sei. Durch die Kommunikation mit der Holzgenossenschaft sei es gelungen, alles Holz zu vermarkten. Bewährt hätten sich die Zwischenlager als Umschlagplatz auf dem Kurhausparkplatz und auf der Wacht. Mutterer bat um Absprache vor jedem Einschlag.

Abschließend wurde Förster Wolfgang Steier mit Dank und einem Geschenk in den Ruhestand verabschiedet. Dank galt auch Rolf Schmidt von der FBG für 16 Jahre als Vorsitzender, Bürgermeister Schönemann und Manfred Spitz überreichten ihm einen Gutschein.