Der Bernauer Landwirt Markus Kaiser ist neuer „Genussbotschafter“ von Baden-Württemberg. Die Auszeichnung erhielt er in der vergangenen Woche.

„Die Genussbotschafter verkörpern eine Lebensmittelkultur, die Qualität und Genuss zusammenbringt. Sie stehen für eine gelebte Regionalität, für Professionalität verbunden mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, ihren Mitarbeitern, Kollegen und Geschäftspartnern. Und sie stehen für ein Verständnis für die Produktion, Dienstleistung und die regionalen Wertschöpfungsketten als Ergebnis ihrer Verwurzelung und Geschichte“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch, am Donnerstag beim achten Genussgipfel in Stuttgart, der in diesem Jahr virtuell stattfand.

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In der Regel werden jedes Jahr zwei „Genussbotschafter“ benannt – neben Markus Kaiser zeichnete das Land die Betreiberfamilie eines Gasthauses in Kirchzarten aus.

Innovative Vermarktungsstrategien

Markus Kaiser ist Vorstand der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind. Auf seinem Goldbachhof in Bernau hält er Weiderinder, die nach den Richtlinien „Junges Weiderind aus Mutterkuhhaltung“ aufgezogen und gemästet werden.

Für die Vermarktung des Schwarzwälder Bio-Weiderinds setzt sich der Bernauer Landwirt Markus Kaiser seit vielen Jahren ein.
Für die Vermarktung des Schwarzwälder Bio-Weiderinds setzt sich der Bernauer Landwirt Markus Kaiser seit vielen Jahren ein. | Bild: Sebastian Barthmes
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Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie

Mit der Erzeugergemeinschaft entwickle er seit Jahren gemeinsam mit Edeka Südwest innovative Vermarktungsstrategien erfolgreich um. Die Corona-Pandemie werde auch die Themen Genuss und Lebensmittelkultur im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie sowie sozialer Verantwortung beeinflussen und somit Verhalten, Strukturen und Wertschöpfungsketten verändern, so die Staatssekretärin.

Thema Essen spaltet die Gesellschaft

Der Kolumnist und Autor Christian Seiler aus Wien sagte in seinem Impulsvortrag auf dem digital veranstalteten Genussgipfel: „Das Essen spaltet die Gesellschaft einmal mehr. Es entsteht eine kulinarische Zwei- bis Drei-Klassengesellschaft.“

Vor dem Hintergrund dieser gesellschaftlichen Analyse der Ernährungs- und Genusskultur und insbesondere vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre jeweiligen Branchen und die damit verbundenen Herausforderungen diskutierten der Präsident des von Dehoga Baden-Württemberg, Fritz Engelhardt, Martin Kopp (Fördergemeinschaft für Qualitätsprodukte aus Baden-Württemberg) sowie der Geschäftsführer von Edeka Südwest, Jürgen Mäder, den Handlungs- und Veränderungsbedarf sowie Chancen zur Beförderung einer nachhaltigen Lebensmittelkultur.