Die Ortsgruppe Bernau des Schwarzwaldvereins bekommt mehr Geld für die Betreuung der Wanderwege. Dafür sprach sich der Bernauer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung geschlossen aus. 637,50 Euro werden künftig jährlich an die Ehrenamtlichen ausgezahlt.

Berechnet wird die Summe anhand der Wegkilometer, die der Schwarzwaldverein betreut. 85 Kilometer sind das inzwischen auf der Gemarkung Bernau, wie Bürgermeister Alexander Schönemann erklärte. Pro Kilometer empfiehlt der Hauptverein eine Pauschale von zehn Euro. Man habe sich allerdings mit der Ortsgruppe Bernau auf einen Betrag von 7,50 Euro pro Kilometer geeinigt, sagte der Bürgermeister. Weitere 2,20 Euro plus Steuern gehen nämlich an den Hauptverein, der mit seiner Website und Wandertipps auch Arbeit leistet, die der Gemeinde zugute kommt.

Trotz dieser Einigung liegt eine große Differenz zwischen den 637,50 Euro, die der Schwarzwaldverein künftig erhalten wird, und den 154 Euro, die die Gemeinde bisher bezahlt hat. Außer den Wegkilometern, die von bisher 77 auf 85 angewachsen sind, liege das auch an eine speziellen Form der bisherigen Regelung, erläuterte Alexander Schönemann.

Von 2002 an habe die Gemeinde nur ein Drittel der damals vorgeschlagenen Kilometerpauschale – also 2 Euro – an den Schwarzwaldverein ausgezahlt, weil die Waldarbeiter viel bei der Wegeunterhaltung mitgeholfen hätten. Diese hätten nun andere Schwerpunkte und könnten die Wegpflege nicht mehr im bisherigen Ausmaß übernehmen, erklärte der Bürgermeister. Der Sprung erscheine zwar im ersten Moment sehr groß, aber es seien schließlich 20 Jahre vergangen, betonte er. Zudem präsentiere sich Bernau touristisch vor allem als Wanderort, und der Schwarzwaldverein mache die Wegpflege super, dies solle auch vergütet werden.

„Es wird immer schwieriger, Wegwarte zu finden, die mit dem eigenen Fahrzeug und eigenem Werkzeug umeinanderfahren“, verdeutlichte Franz Kaiser, Vorsitzender der Ortsgruppe Bernau, das große Engagement, das die Freiwilligen des Schwarzwaldvereins für die Pflege der Wanderwege aufbringen. Dass dieses Engagement durchaus wahrgenommen wird, betonten mehrere Gemeinderäte: „Die Beschilderung hier im Ort ist hervorragend“, lobte etwa Manfred Franz.

„80 Kilometer Wanderwege auf Bernauer Gemarkung, das sind Hunderte von Schildern, und alle sind gut gepflegt, das ist viel Arbeit“, sagte auch Friedhelm Bork. Liane Schmidt berichtete von ihren Kontakten mit Feriengästen, die immer positive Rückmeldungen zur Beschilderung der Wanderwege geben, und Hansjörg Klesse schließlich betonte, dass der Betrag nicht hoch sei im Verhältnis zur geleisteten Arbeit, von der schließlich auch der Tourismus profitiere.

Thema schnelles Internet

Am Rande der Sitzung hatte Bürgermeister Schönemann noch eine gute Nachricht in Sachen schnelles Internet zu vermelden: Die Arbeiten für den Anschluss an das Backbone-Netz des Landkreises beginnen überraschenderweise schon schneller als geplant in Bernau.

Zunächst sollen die Leerrohre von Todtmoos kommend direkt neben der Landstraße nach Bernau verlegt werden, dort dann ab dem Ortsteil Oberlehen in der Straße geführt werden bis ins Weierle und dann über die Straße in Richtung Kaiserhaus und Ankenbühl. Die Glasfasern müssten danach erst eingeblasen werden, aber es sei vielleicht möglich, schon im Laufe des Jahre 2021 erste Teilanschlüsse zu aktivieren, hofft der Bürgermeister.