Im glitzernden Schnee und bei eisigen Temperaturen – ob eine Hochzeit im tiefen Winter oder im Hochsommer gefeiert wird, soll der Tag der Schönste sein und kein Zwischenfall die Stimmung trüben. Damit aber alles nach Wunsch verläuft, muss vieles durchdacht, geordnet und organisiert werden. Genau das steckt hinter der Idee, mit der sich Anke Heese aus Bernau jetzt den Sprung in die Selbstständigkeit wagt: Sie ist Hochzeitsplanerin.

Hochzeiten in der Scheune oder im Winter

„Ich bin ausgebildete und zertifizierte Event-Managerin Hochzeit“, erzählt die ausgebildete Lehrerin. Zwar steht ihr junges Unternehmen am Anfang. „Doch“, ist sie sich sicher, „als Unternehmensstarterin kann ich mir nichts anderes erlauben, als einen fulminanten Start hinzulegen“. Sie sei offen für jedes Thema und könne gut organisieren. Vor allem Scheunenhochzeiten, Winterhochzeiten oder die Erneuerung des Eheversprechens sollen ihre Schwerpunkte werden, sagt die 44-Jährige. Gerade die Erneuerung des Eheversprechens werde immer beliebter.

Auch Traufeiern für gleichgeschlechtliche Paare werde sie anbieten. Rechtskräftig sind natürlich nur die Trauung des Standesamtes, aber sie sei für manche das, was für gläubige Menschen die Kirche ist. Auf jeden Fall seien freie Trauungen, wofür unter anderem Traureden geschrieben und Zeremonien gestaltet werden, ein Schwerpunkt.

Anträge liegen unterm Weihnachtsbaum

„Zahlreiche Hochzeitsanträge liegen zum Fest unterm Weihnachtsbaum“, weiß Heese. Aber auch für das Fest selbst werde der Winter immer beliebter. Das knisternde Holz im Kachelofen, das Fahren in der Kutsche – all das sei eben auch romantisch. „Außerdem sind gute Locations im Sommer oftmals zwei Jahre im Voraus vergeben, wo hingegen im Winter dann noch Platz ist.“

Schwarzwald als Hochzeitskulisse

Vor etwas mehr als einem Jahr zog Heese mit ihrem Mann und dem achtjährigen Sohn von Berlin nach Bernau. Der Schwarzwald sei unglaublich schön und Bernau ein Ort, wo man zum Heiraten hinkommt – Landhochzeiten mit ihrer Landromantik würden boomen.

Viele Ideen für eine Hochzeit

Ideen für die Gestaltung hat sie genügend: „Man kann in einem Fünfsternepark extrem luxuriös oder auf dem Berg urig und gemütlich feiern und selbst die kuscheligste Hütte stil- und geschmackvoll herrichten.“ Auch könne eine Trauung auf einer Waldlichtung, im Planetarium oder auf einem Berggipfel unter dem Gipfelkreuz stattfinden. Mitternacht passe genauso wie jede andere Uhrzeit.

Werden allerdings bestimmte Gebäude gewünscht, müssen diese vom zuständigen Standesamt freigegeben worden sein. Doch darin sieht Heese kein Problem, solche Möglichkeiten seien extrem ausgeweitet worden und viele Kommunen seien dem Trend gefolgt. Bergwerke, Brauereien oder die Bahn könnten inzwischen offizielle Standesamtplätze sein.

Gute Freundin auf Zeit

Als Hochzeitsplanerin möchte Anke Heese eine gute Freundin auf Zeit sein. Braut und Bräutigam sollen sich darauf verlassen können, dass jemand mit Herz und Sachverstand dieses für sie sehr wichtige Ereignis in die Hand nimmt, sagt sie. Sie übernehme das Bürokratische, die Organisation, damit das Paar Zeit fürs Schöne hat, zum Beispiel das Probieren der Hochzeits­torte oder die Suche nach dem richtigen Brautkleid. Mit durchschnittlich 45 Stunden Arbeitszeit rechne sie, bis eine Hochzeit geplant ist, sagt Heese.