Mehr als 50 Südtiroler erlebten in dieser Woche den Südschwarzwald in all seinen Facetten mitsamt einigen Sehenswürdigkeiten. Organisiert hatte die Fahrt der Südtiroler Landwirtschaftliche Hauptverband. #

Ein Schwerpunkt der Exkursion war die Landwirtschaft, denn alle Mitreisenden waren Landwirte aus dem gesamten Land Südtirol, Bergbauern, Obstbauern und Winzer aus dem Vinschgau und nahezu aus allen Tälern der Südtiroler Alpenregion. Sie besichtigten unter anderem Freiburg mit seinen Sehenswürdigkeiten, bei einem Abstecher zum Feldberg lernten sie das größte Skigebiet im Schwarzwald kennen. Ihr Quartier hatten die Südtiroler im Gasthaus-Hotel Rössle in Todtmoos. Am Donnerstag statteten sie dem Goldbachhof in Bernau einen Besuch ab, der von größtem Interesse für alle Mitreisenden war. Dabei waren als „Dolmetscher“ für das Südtirolerische und das Alemannische die Vorstandsmitglieder des Vereins der Südtiroler in Südbaden, Martin Depian, Heindl Sanin und Josef Stricker.

Die Bernauer Tour begann im Ortsteil Hof, wo die Geschichte des Tales begann. Nach einer kleinen Wanderung erreichten die Gäste den Goldbachhof, wo sie von Markus Kaiser begrüßt wurden. Er erklärte ihnen zunächst seinen Betrieb, den er mit seiner Frau und einem Gehilfen bewirtschaftet.

Nicht schlecht staunten seine Berufskollegen, dass er etwa 300 Hektar bewirtschaftet und in den Ställen oder auf den Weiden über 250 Stück Vieh betreut, größtenteils in Ammenkuhhaltung. Dabei erklärte er, wie hier die Vermarktung – Produkte aus der Region – vonstattengeht in Zusammenarbeit mit einer lokalen Vermarktungskette und der Eeka, die ihnen auch aus ihrer Heimat bekannt war. Als besonders wichtig nannte er dann die Offenhaltung der Landschaft, die ohne die Vierbeiner nicht möglich wäre.

Markus Kaiser erzählte den Besuchern auch, wie er als gelernter Schreiner bald nach seiner Ausbildung ganz auf die Landwirtschaft umsattelte, mit einem Abstecher in die Geschichte der Landwirtschaft in Bernau, wo es einmal etwa 180 landwirtschaftliche Betriebe in nahezu allen Familien gab. 400 Menschen waren damit beschäftigt, heute werde die gleiche Fläche von noch etwa zwölf Betrieben bearbeitet. Dennoch könne auch ein Betrieb seiner Größe nicht allein die Familie ernähren, weshalb er als zweites Standbein die Belieferung mit Hackschnitzeln für die Bernauer Energieholz-GbR übernommen habe. Ähnliches kannten die Südtiroler, denn auch in ihrer Heimat werden viele Ortschaften und sogar Städte über die Nahwärme mit Holzhackschnitzeln versorgt.

Es schloss sich eine Besichtigung des Goldbachhofes mit seinen verschiedenen Gebäuden an, etwa der „Entbindungsstation“ mit gerade drei neugeborenen Kälbchen.