Der Tag war vor allem für die Mähder, aber auch für die einigen hundert Zuschauer aus Nah und Fern ein wunderschönes Erlebnis, zu dem sie von Bürgermeister Rolf Schmidt herzlich und zum letzten Mal begrüßt wurden, wie er verlauten ließ. Er dankte den Südtirolern für diese Veranstaltung als schöne Belebung des Sommerprogrammes im Tal. Das normale Mähfeld oberhalb vom Kurhaus war durch Hagel und Wind so stark geschädigt, dass auf eine unweit gelegen Wiese der Familie Spitz ausgewichen wurde, und das mit großem Dank für das kurzfristige Entgegenkommen.

Die Verhältnisse auf dieser Wiese waren ideal. Keine hohen Temperaturen, das Gras feucht und nicht allzu hoch, deshalb gut zu schneiden, teilweise hingen noch Tautropfen an den Halmen. Ganz wichtig ist natürlich eine gut gedengelte Sense, wer es nicht daheim geschafft hatte, konnte es bei einem erfahrenen Südtiroler nachholen. Denn gut gedengelt ist schon halb gewonnen und mit einer guten Schneid ist das Mähen ein Kinderspiel, behaupten zumindest die Fachmänner im Mähen. Selbst als Zuschauer konnte die Mähtechnik der einzelnen Teilnehmer beobachtet werden. 

Großes Interesse weckten bei den Besuchern auch die zahlreichen Oldtimer auf dem Kurhausparkplatz.
Großes Interesse weckten bei den Besuchern auch die zahlreichen Oldtimer auf dem Kurhausparkplatz. | Bild: Ulrike Spiegelhalter

Mit 27 Teilnehmern im Alter von sieben bis 83 Jahre, darunter fünf Kinder, vier Frauen, 13 Männer bis 64 Jahren und fünf ab 65 Jahren aus dem südbadischen und schwäbischen Raum war das Teilnehmerfeld gut bestückt. Leider waren die „alten“ Südtiroler und auch einige der Schwarzwälder nicht mehr in der Lage, mitzumachen, doch als Zuschauer waren sie alle mit dabei. „Dafür kommen immer mehr die jungen Wilden zum Zuge“, sagte Hauptorganisator Martin Depian.

Minuspunkte gab es für stehengebliebenes Gras

Für die Frauen und Kinder standen kleinere Wiesenflächen beim Kurhaus zur Verfügung, die Mannsleut’ hatten bei Doppelstart einen Streifen von 2,20 Meter mal zehn Metern zu mähen. Der Doppelstart sollte die Zeit verkürzen, falls es sich der Himmel doch noch anders überlegt hätte, was er gottlob nicht tat. Beobachtet wurde das Mähen von vielen Zuschauern, die auch mit aufmunternden Zurufen und Beifall nicht sparten. Belebt wurde das Bild durch die teilnehmenden heimatfernen Südtiroler mit ihren typischen blauen Schürzen. Die Zeit wurde gestoppt, Minuspunkte gab es für stehengebliebenes Gras, was von Schiedsrichtern sehr genau überprüft wurde. Martin Depian erwies sich erneut als perfekter Starter und Kommentator, nicht sparend mit aufmunternden und mitunter lustigen Bemerkungen.

Nach dem Wettbewerb und auch schon mal zwischendurch gab es für die Zuschauer Gelegenheit, auf dem großen Kurhausparkplatz mehr als 50 alte und uralte Traktoren und Bulldogs zu besichtigen, alle schön herausgeputzt, geschmückt und mit einem Infoblatt über Alter und technische Daten ausgestattet. Teilweise hatten sie auch längere Wege bis ins Thoma-Tal auf sich genommen. Als älteste Oldtimer gab es zwei zwei Fahrzeuge des Jahrgangs 1952 und eine Isetta, ebenfalls aus den 1950er Jahren, zu entdecken.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen auf der Terrasse und im großen Saal des Kurhauses fand hier die Siegerehrung statt, vorgenommen von den Organisatoren Martin Depian, Josef Stricker und Heinrich Sanin. Die drei Ersten freuten sich über einen schönen Pokal, alle erhielten ein Erinnerungsgeschenk.