Viele kennen seine satirischen Cartoons von der „Black Forest Ultra Bike“-Marathonstrecke, die zum Teil durch Bernau verläuft. Illustrator und Karikaturist Thomas Zipfel aus Kirchzarten hat seine pfiffigen Cartoons an den schwierigsten Passagen der Strecke platziert, um die Fahrer in Momenten des größten Leidens zu motivieren, wie er sagt. In der Rathausgalerie des Hans-Thoma-Museums in Bernau kamen etliche seiner Fans zum Künstlergespräch, das er mit Museumsleiterin Margret Köpfer führte.

In der Rathausgalerie des Museums stellt Zipfel derzeit Cartoons rund um den Skisport und die ausübenden Skisportler aus. Seine „Skispitzen“, wie Zipfel seine auch in Buchform erhältlichen Zeichnungen über den Skisport nennt, zeigen Ungeschicklichkeiten, Unfallträchtiges, Ulkiges, unverhoffte Begegnungen an der Strecke, aber auch die pure Lust am Unfug. Genau so gestaltete er auch bei diesem Künstlergespräch sein „Aufwärmprogramm“ mit spontan aufs Papier geworfenen Selbstporträts, die seine eigenen Unbeholfenheiten und die seiner Umgebung humorvoll überzogen aufs Korn nahmen.

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So sah sich Zipfel, jahrelang selbst aktiver Leistungssportler und mehrfacher deutscher Meister im Skilanglauf, gegenüber seinen, wie er meinte, begabteren Brüdern als ein Läufer, dem schon die Spinnweben an den Fersen hängen, oder als einer, der kurz vor dem Ziel von einer Schnecke überholt wird. Auch die erste Begegnung der Fußballer, die er trainiert hatte, mit dem Schnee skizzierte er als genialer Schnellzeichner vor den Augen der Besucher.

Margret Köpfer ließ vor den Zuschauern ein verbales Porträt des Künstlers entstehen, indem sie ihn bei einer Reihe von begrifflichen Gegensatzpaaren jeweils die Wahl treffen ließ. Sich entscheiden musste Zipfel etwa zwischen Ski und Rad, Nordisch und Alpin oder zwischen Stift und Wachs. Nebenbei erfuhren die Zuhörer auch, dass Zipfel ursprünglich eine Lehre zum Schriftsetzer absolviert hatte, etliche Jahre als Realschullehrer tätig war und seine Liebe zum Zeichnen früh kultiviert hatte, weil seine Mutter ihm unter anderem beibrachte, mit wenigen Strichen aus der Ziffer Zwei einen Schwan zu entwickeln. Auch der Hausarzt der Familie förderte Zipfels Begabung, indem er Papier zur Verfügung stellte.

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Der Kirchzartener Holzschnitzer Gerhard Ruckteschell wollte ihm Tipps für das Aquarellieren geben. Da sein Mentor aber zwischenzeitlich gestorben sei, habe er sich viele zeichnerische Kompetenzen autodidaktisch angeeignet, sagte Zipfel. Sport und Zeichnen seien für ihn die ideale Kombination, hier finde er optimale Motive. Außerdem halte er sich gerne in der Natur auf, ihre faszinierende Ansichten seien ihm stets eine Herzenssache.

Beim Künstlergespräch in der Rathausgalerie des Hans Thoma-Museums in Bernau demonstrierte Cartoonist Thomas Zipfel unter anderem eindrücklich sein Schnellzeichentalent.
Beim Künstlergespräch in der Rathausgalerie des Hans Thoma-Museums in Bernau demonstrierte Cartoonist Thomas Zipfel unter anderem eindrücklich sein Schnellzeichentalent. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Margret Köpfer fügte ein, Zipfel habe sich nicht nur mit Postern, Postkarten, Büchern und Illustrationen in Zeitungen und Magazinen einen Namen gemacht, sondern habe seine Leidenschaft für die Natur des Hochschwarzwaldes auch in Landschaftsbildern verewigt. Sie könne sich vorstellen, diese Bilder auch in einer Ausstellung zu zeigen. Vorerst zeigt Thomas Zipfel bis 29. März seine „Skispitzen“ in der Rathausgalerie. Am 7. Februar, 15 Uhr, wird er beim vierten Schneeskulpturen-Festivals in Bernau „Cartoons live“ vorführen – mit der Kunstfertigkeit, die er zum Auftakt des Künstlergesprächs bereits eindrücklich gezeigt hatte.

Auch beim Signieren hatte er für jeden der zahlreichen Gäste, die zu seinen Büchern griffen, aus dem Handgelenk eine passende Zeichnung hingeworfen. Sie zeigten ebenfalls seinen liebevoll-ironischen, treffsicheren Humor.

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