Auf großes Interesse stieß die offizielle Vorstellung der drei Bürgermeisterkandidaten am Mittwoch in Bernau. Da die Vierte im Bunde, Friedhild Miller, nicht an der Vorstellung teilnahm, standen nacheinander drei Einheimische auf der Bühne. Jeder hatte 15 Minuten Zeit, sich den Wählern vorzustellen, weitere 15 Minuten waren für Fragen aus dem Publikum reserviert. Wer von den Kandidaten gerade nicht dran war, musste den Saal verlassen.

  • Alexander Schönemann: Er habe sich überlegt, ob er seine Vorstellung mit einem Zitat eines großen Politikers beginne, sagt Alexander Schönemann. Aber er sei ja kein großer Politiker, und wolle das auch nicht werden. Seine Vision sei Bernau als Schwarzwalddorf, das sich selbst auf dem Weg in die Zukunft nicht verloren habe, eine Verbindung von Tradition und Innovation. Den Wintersportbetrieb gelte es aufrecht zu erhalten, so lange es mit einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis möglich sei. Aber auch die touristischen Angebote für den Sommer müssten ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang stehe er auch der Grundidee der Panoramahütte positiv gegenüber, sagte er auf eine Zuschauerfrage. Zum derzeitigen Genehmigungsverfahren könne er mangels tieferer Einblicke jedoch nichts sagen. Auch die Sporthalle, so Schönemann, sei gut und wichtig. Man dürfe sie aber nicht isoliert betrachten. Mit dem gesamten Sportzentrum Spitzenberg und auch einem Feuerwehrhaus könne man dort etwas verwirklichen, das für die Gesamtbevölkerung gut sei. Zur Beteiligung junger Leute an der Dorfentwicklung könne er sich einen Jugendbeirat vorstellen.
  • Andreas Mutterer: Die Ausweisung neuer Bauplätze, so betonte Andreas Mutterer in seiner Vorstellung, sei nicht nachhaltig, das sie eine Gefahr der Zersiedelung der Landschaft mit sich bringe. Es gebe aber einige leerstehende Höfe und nicht mehr bewirtschaftete Ökonomieteile. Daher regte er die Gründung einer Bernauer Wohnraumgenossenschaft nach Oberrieder Modell an, die solche Gebäude aufkaufen, sanieren, und dann an Bernauer vermieten oder verkaufen könne. Dies solle auch den Senioren im Ort zugute kommen, die in einer Genossenschaft nach dem Vorbild in Riedingen gemeinsam von Fachleuten und Freiwilligen betreut werden könnten. Beim Thema Tourismus verwies er auf innovative Veranstaltungen wie das Schneelabyrinth, plädierte aber auch für Funparks und verbesserte Gastronomie bei den Skiliften. Diese könnten Sportler vom Feldberg aufnehmen. Die Landwirte, so beklagte er, würden durch zu viele Richtlinien bevormundet. Dass man nicht mehr Herr im Hause sei, zeige auch die Panoramahütte. Für diese hätte es nach seiner Auffassung weit bessere Standorte gegeben, als den von den Behörden akzeptierten.
  • Armin Spitz: Er wünsche sich weiter so ein gutes Miteinander wie bisher in Bernau, egal, wie die Wahl ausgehe, betonte Armin Spitz. Er sei von dem Leben auf dem Lande überzeugt und wolle dies auch für die Bernauer Kinder erhalten. Wichtig sei es, gemeinsam im Gespräch neue Konzepte zu entwickeln. Wichtig seien eine zeitgemäße Datenleitung sowie eine Versorgung vor Ort, etwa mit Ärzten und Geschäften. Was Wohnraum angehe, müsse man am Ball bleiben, auch für Senioren, auch er wolle in Bernau alt werden. Regelmäßige Bürgerversammlungen und mehr Information im Mitteilungsblatt schweben ihm ebenso vor wie ein Ausbau des sanften Tourismus für Ruhesuchende. Die Skilifte sollten so lange wie möglich lukrativ weiterlaufen. Die Einrichtungen der Gemeinde müsse man wie Unternehmen betrachten und Investitionspläne aufstellen. Bei der Panoramahütte gebe es zwei vollkommen nachvollziehbare Sichtweisen im Ort, er habe als Gemeinderat alles abgewogen und sei zu dem Schluss gekommen, der Plan sei eine gute Sache.