Es vergehe kein Tag, an dem nicht irgendetwas in Sachen Breitbandversorgung geschehe, berichtete Bürgermeister Rolf Schmidt in der Gemeinderatssitzung. Er erläuterte die Ergebnisse einer Besprechung in Dachsberg und stellte entsprechende Beschlüsse zur Abstimmung.

So ist Bernau aufgrund der maximalen Höhe der Fördergelder von 750 000 Euro pro Abschnitt in drei Bauabschnitte aufgeteilt: Außertal, Innerlehen/Riggenbach und Dorf/Hof. Für jeden wird ein eigener Ingenieursvertrag geschlossen, sie werden getrennt ausgeschrieben und abgerechnet.

Das IKZ Dachsberg, der lokale Zusammenschluss der Gemeinden zum Glasfaserausbau, wird sämtliche Arbeiten in Lose aufgeteilt EU-weit ausschreiben. Das bedeute, so Schmidt, dass in diesem Jahr nicht mehr viel passieren wird. Daher soll auch eine Fristverlängerung für die Förderung beantragt werden. Bisher müsste die Schlussabrechnung bis zum 30. Juni 2020 vorgelegt werden.

Bürgermeister und Gemeinderat möchten, dass in allen drei Abschnitten mit den nötigen Arbeiten für die Hausanschlüsse begonnen wird, damit diese überall fertig sind, wenn die Backboneleitung des Landkreises bis Bernau verlegt wird. Das Ortsnetz darf die Gemeinde nicht selbst betreiben, auch dafür wird per Ausschreibung nach einem Betreiber gesucht, und zwar für den gesamten Landkreis.

Durch die Verpachtung des Netzes sollen die Gemeinden eine Teil der Kosten, die sie in den Ausbau gesteckt haben, refinanzieren. „Wir müssen möglichst viele gewinnen, die nicht nur den Anschluss für 750 Euro legen lassen, sondern nachher auch anschließen, sonst kann es die Gemeinde nicht refinanzieren“, appellierte der Bürgermeister.

Bei dem, der jetzt nicht den günstigen Anfangspreis bezahle, werde man mit den nötigen Leerohren vorbeifahren. „Wer später kommt, zahlt alles. Wenn in der Straße kein Röhrle mehr frei ist, muss er die Straße aufgraben lassen bis zum Anschlusskasten“, warb Schmidt noch einmal für die von der Gemeinde subventionierte Möglichkeit, den Glasfaseranschluss bis auf das Grundstück legen zu lassen. Am Mittwoch, 11. April, soll dazu eine Informationsveranstaltung stattfinden.

Nach der geschlossenen Zustimmung des Gemeinderats zu den Ausschreibungsplänen regte sich kurz Unmut über die Telekom. Die gesamte Lösung über eine vom Landkreis Waldshut gebaute Backbone-Leitung und durch das Land geförderte Ortsnetze ist überhaupt nur zustande gekommen, weil weder die Telekom, noch ein anderer Telekommunikationsbetreiber, bereit waren, in entsprechende Leitungen im ländlichen Raum zu investieren.

Nun aber, so Bürgermeister Rolf Schmidt, schließe sich der Kommunikationskonzern an Arbeiten des Stromnetzbetreibers an. Wo dieser Stromleitungen verlege oder erneuere, beantrage auch die Telekom die Erlaubnis, in der bereits geöffneten Straße eigene Leerrohre für Glasfaserleitungen zu verlegen. So könnte eine Konkurrenz zum eigenen Netz entstehen, die die Refinanzierung beeinträchtigt.