So bald werden die Schäden in Bernau nicht behoben sein, die das Unwetter hinterlassen hat. Auch wenn der Bauhof, wie Bürgermeister Rolf Schmidt betonte, seit dem Winter nichts anderes macht als schwerpunktmäßig die Hochwasserschäden zu beheben. „Wir werden dieses Jahr nicht fertig, und es sind nicht die größten Schäden, die der Bauhof macht“, sagte Schmidt.

Ortsteil Kaiserhaus

Für die Stellen, um die sich der Bauhof nicht selbst kümmern kann, hatten Hardy und Lars Gutmann jeweils ein Konzept erarbeitet. Etwa für eine Stelle im Ortsteil Kaiserhaus bei der Hausnummer 59. Dies sei die einfachste Stelle, aber nicht ganz ungefährlich, betonte Hardy Gutmann.

Ein Bachlauf hat hier viel Erdreich unterspült, ein weiteres Hochwasser könnte dafür sorgen, dass das Wasser talwärts fließt. Mit Findlingen von etwa 1,20 Metern Durchmesser und einer Betonbefestigung könne hier das Erdreich gesichert werden, so die Planer. Mit rund 34 000 Euro rechnet das Planungsbüro für die Arbeiten an dieser Stelle. Dem Bauhof fehlt hier das nötige schwere Gerät für die Arbeiten.

Ebenfalls im Ortsteil Kaiserhaus, bei den Hausnummern 58 und 97, liegt die nächste Schadensstelle. Hier fließt ein Bach unter der Straße durch. Das Bauwerk an sich sei hervorragend, sagte Hary Gutmann, aber der Geröllfang müsse vergrößert werden. Und nur das Einlaufwerk zu vergrößern, nütze nichts, da dahinter das Wasser dann trotzdem nicht abfließen könne.

Die Planer rechnen mit 60 Metern, auf denen ein nicht zu knapp dimensionierter Durchlass eingebaut werden muss, die Straße müsse dazu aufgeschnitten werden. Die Kosten für die Arbeiten bezifferten sie auf knapp 64 000 Euro.

Ortsteil Riggenbach

Die dritte Stelle bezeichnete Planer Hardy Gutmann als „sportliche Aufgabe“. Sie liegt im Ortsteil Riggenbach bei einem Reitplatz. Dort verläuft auch ein Wirtschaftsweg. Das Problem ist dort laut Lars Gutmann ein Hang mit Längsgefälle in einer Dimension von rund sieben Hektar.

Mit einem unterirdischen Regenspeicher hätte man die Situation dort gut in den Griff bekommen, berichteten die beiden Planer und zeigten entsprechende Grafiken. Auch mit der Herstellerfirma der entsprechenden Speichermodule hatten sie bereits Kontakt aufgenommen. Als sie allerdings deren Kostenberechnung erhielten, hätten sie diese Planung eingestellt, erläuterten sie dem Gemeinderat: diese lag bei rund 422 650 Euro.

Alternative Vorschläge

Immerhin noch rund 200 000 Euro soll die Alternative kosten, die Hardy und Lars Gutmann vorschlugen. Sie wollen den vorhandenen Weg nach vorne und seitlich kippen und einen Schotterriegel anlegen, um das Wasser zu speichern und abzuleiten.

Dazu müssten rund 11 000 Kubikmeter Erdreich ausgekoffert werden – auf Privatgrund. Auf einem Streifen von vier bis sechs Metern hätte der betroffene Landwirt dann keinen Ertrag mehr, erläuterte Hardy Gutmann.

Markus Baur schlug als Alternative vor, das Wasser schon weiter oben am Hang in Richtung Reitplatz abzuleiten. Anwohner Lothar Lüber wies auf eine Geländemulde rechts vom Reitplatz hin und regte an, dort unten einen großen Fang für das abgeleitete Wasser zu bauen. Beide Varianten hätten sie bedacht, entgegneten die Planer, sie wären aber noch teurer als die nun vorgeschlagene geworden.

Die vorgestellten Pläne sollen nun in den Haushaltsberatungen im Oktober besprochen werden, alles in einem Jahr werde jedoch nicht machbar sein, sagte Bürgermeister Schmidt. Das Planungsbüro Gutmann versucht, aus verschiedenen Töpfen Zuschüsse für die notwendigen Arbeiten zu beantragen.