Alexander Schönemann ist neuer Bürgermeister von Bernau. Sein Amt hatte er am Montag angetreten, am Dienstagabend wurde er offiziell von Bürgermeisterstellvertreter Horst Faschian in sein Amt eingeführt. Der Gemeinderat beschloss an dem Abend, Schönemann zum Eheschließungsstandesbeamten zu bestellen.

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Die Tagesordnung dieser besonderen Gemeinderatssitzung war kurz und der Vortragsraum im Bernauer Rathaus war außergewöhnlich voll: Viele Bürger, Mitarbeiter der Gemeinde, Landrat Martin Kistler, Lucia Mollman (Kommunalamt im Landratsamt) waren gekommen. Und auch Rolf Schmidt, der erstmals als Altbürgermeister begrüßt wurde, erlebte, wie sein Nachfolger die Formeln des Amtseides und der Verpflichtung sprach.

Alexander Schönemann spricht die Verpflichtungsformel, nachdem Bürgermeisterstellvertreter Horst Faschian (links) die Vereidigung vorgenommen hat.
Alexander Schönemann spricht die Verpflichtungsformel, nachdem Bürgermeisterstellvertreter Horst Faschian (links) die Vereidigung vorgenommen hat. | Bild: Sebastian Barthmes

Der Bürgermeister habe eine besondere Rolle, sagte Horst Faschian. Er müsse viele Aufgaben bewältigen und dabei auch oft widerstrebende Interessen zusammenführen. Er wünschte, er möge „mit Elan und Augenmaß arbeiten“ und ein gutes Miteinander mit den Mitarbeitern und dem Gemeinderat pflegen. Er wünschte sich, dass der neue und jüngste Bürgermeister in der Geschichte der Gemeinde, nicht nur verwaltet, sondern auch gestaltet und die Bürger und deren Interesse stets im Blick behält. Horst Faschian schenkte dem neuen Gemeindeoberhaupt im Namen des Gemeinderates eine Stimmgabel. Sie solle ihn daran erinnern, bei seiner Amtsführung auf Harmonie und den richtigen Ton zu achten.

Auch menschliche Qualitäten zählen

Landrat Martin Kistler erinnerte daran, dass die Bernauer Bürger zwischen drei hervorragenden Kandidaten wählen konnten. Das Wahlergebnis sei kein Votum gegen die anderen beiden Kandidaten, „sondern ein überzeugendes Votum“ und eine große Rückenstärkung für Schönemann gewesen. Kistler zeigte sich überzeugt, dass der neue Bürgermeister auch diejenigen Bernauer, die nicht für ihn gestimmt haben, durch seine Arbeit überzeugen werde. Der Landrat, der mit Schönemann verwandt ist, kenne dessen menschliche Qualitäten. Die seien neben den fachlichen Qualifikationen und der beruflichen Erfahrung auch wichtig, denn ein Bürgermeister könne allein nichts bewegen – er sei auf die bewährte Rathausmannschaft, die Bauhofmitarbeiter und den Gemeinderat angewiesen. Nur im Dialog – auch mit den Bürgern – könne man Lösungen für die anstehenden großen Aufgaben finden.

Intensive Vorbereitung durch Vorgänger

In den vergangenen Wochen sei er von seinem Vorgänger Rolf Schmidt intensiv auf die Arbeit vorbereitet worden und im Rathaus sei er herzlich aufgenommen worden, sagte Alexander Schönemann. Er sei überzeugt, dass die Herausforderungen mit Unterstützung der vielen engagierten Menschen in Bernau zu bewältigen sind. Mut, Offenheit, die Toleranz für Fehler – aus denen man dann eben lernen müsse – seien ebenso wichtig, wie der faire Umgang miteinander.

"Lampenfieber habe ich keins"

Im Interview verrät der neue Bernauer Bürgermeister Alexander Schönemann , wie er sich auf sein neues Amt vorbereitet hat.

Herr Schönemann, haben Sie Lampenfieber? Und wenn ja, was tun Sie dagegen?

Nein, Lampenfieber habe ich keins. Vielmehr eine freudige Ungeduld nun endlich loslegen zu dürfen, natürlich verbunden mit einem gesunden Respekt vor der großen Verantwortung.

Was werden Sie heute als Erstes machen?

Als Erstes werde ich mich bei einer Runde durchs Rathaus allen meinen Mitarbeitern nochmals offiziell vorstellen, auch wenn ich die allermeisten bereits kenne. Anschließend werde ich meinen Kalender auf den neuesten Stand bringen, um sicherzugehen, dass alle wichtigen Termine der kommenden Wochen sauber durchgeplant sind. Und dann wird sicher ein Moment vergehen, bis ich mich am Arbeitsplatz eingerichtet habe und die Technik einwandfrei funktioniert. Am Abend habe ich bereits einen ersten Termin außerorts, den ich wahrnehmen möchte. Ich will der Vereidigung meines neuen Kollegen Jan Albicker in Weilheim beiwohnen und ihn und sicher viele andere neue Gesichter kennenlernen.

Haben Sie die Umzugskisten schon gepackt?

Umzugskisten bringe ich keine mit. Mein Vorgänger Rolf Schmidt hatte seinen eigenen Bürostuhl, den er mit nach Hause nimmt. Daher bringe ich meinen eigenen Bürostuhl ebenfalls von zu Hause mit ins Rathaus. Das ist für den Moment aber auch das Einzige (lacht).

Wie haben Sie sich auf Ihre neue Aufgabe vorbereitet?

Viel gelesen vor allem. Rolf Schmidt hat mir seit einiger Zeit viele E-Mails, Akten und Dossiers zur Kenntnis zukommen lassen, damit ich auf dem Laufenden bin, was die aktuellen Themen angeht. Daneben habe ich seit meiner Wahl allen Gemeinderatssitzungen beigewohnt. Vergangene Woche haben Rolf und ich dann die Übergabe intensiviert, indem wir nochmals einige Stunden investiert haben. Dabei sind wir im Rathaus viele weitere aktuelle oder anstehende Themen durchgegangen und haben bei Terminen draußen im Ort aktuelle oder anstehende Baustellen besichtigt. Ich denke, dass man sich auf so eine Aufgabe aber niemals vollständig vorbereiten kann. Wichtiger scheint mir, dass man unvoreingenommen und mit einer positiven Einstellung des „Einfach-mal-Machens“ an die Sache herangeht. Das werde zumindest ich so machen und hoffe, zusammen mit der Bernauer Bevölkerung so viele Dinge für Bernau anstoßen und bewegen zu können.

Fragen: Susanne Gilg