Nach 16 Jahren und knapp 630 öffentlichen und nichtöffentlichen Sitzungen ist nun Schluss: Bürgermeister Rolf Schmidt hat am Montagabend zum letzten Mal eine Gemeinderatssitzung geleitet. Einige Tage lang wird er noch den normalen Verwaltungsalltag erleben, bis seine Amtszeit am Monatsende ausläuft. Am Montag wird sein Nachfolger Alexander Schönemann in das Büro des Bürgermeisters einziehen. Sechs Punkte umfasste die Tagesordnung der Sitzung und in der Frageviertelstunde gab es auch noch einmal kritische Fragen – die Antworten, so versprach es der scheidende Bürgermeister, werde er bis zum Ende seiner Amtszeit noch liefern.

Unschöne Akzente zum Ende wären nicht nötig gewesen

Er gehe nicht mit Wehmut und ohne Ärger, sondern mit Freude, sagte Schmidt zum Schluss seiner letzten Gemeinderatssitzung als Vorsitzender des Gremiums. Er freue sich, dass die Arbeit in den vergangenen 16 Jahren gut funktioniert habe, denn „es geht nur mit dem Gemeinderat und der Verwaltung gemeinsam“. Immer wieder gab es im Laufe der Jahre unterschiedliche Meinungen. Jedoch habe er zwischen der menschlichen und der sachlichen Ebene trennen können. Dass es zum Schluss seiner Amtszeit noch unschöne Akzente gegeben habe, „hätte nicht sein müssen“. Damit nahm er auf die Diskussion um die geplante „Panoramahütte“ Bezug. Kritisch sehe er, dass die, die demokratische Entscheidungen einfordern würden, die Entscheidungen eines demokratisch gewählten Gremiums nicht akzeptieren.

Weiter Einsatz für die Gemeinde

Die Gemeinde werde er auch in Zukunft begleiten und auch für die Panoramahütte wolle er sich weiter einsetzen, da er das Projekt richtig finde, kündigte Schmidt an. Während seiner Amtszeit sei es sein Bestreben gewesen, „alles so abzuwickeln, dass es ein Einvernehmen gibt“, sagte er rückblickend und bedankte sich bei den Mitgliedern des Gemeinderats für die gute Zusammenarbeit.

Rückblick auf schwierige Zeiten

Bürgermeisterstellvertreter Horst Faschian erinnerte ebenfalls an die vielen vergangenen Jahre und Sitzungen, die auf die erste Sitzung am 21. Oktober 2002 folgten. Damals sei die Beratung um 22.30 Uhr zu Ende gewesen, was danach meistens ebenso geklappt habe. In diesen Jahren habe es auch schwierige Zeiten gegeben, als Bernau eine verschuldete Bedarfsgemeinde gewesen sei. „Unter der guten Vorbereitung von Rolf Schmidt hat es die Gemeinde geschafft, den Status Bedarfsgemeinde abzulegen“, sagte Faschian – das sei ein wichtiger Erfolg und ein großer Verdienst des Bürgermeisters gewesen. Der größte Erfolg sei gewesen, dass es gelungen sei, die Bürger nicht zu sehr zu belasten. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat sei harmonisch gewesen, das Gremium habe immer zusammengehalten und Bürgermeister und Gremiumsmitglieder hätten immer auf Augenhöhe gearbeitet, unterstrich der Bürgermeisterstellvertreter.

Applaus für den scheidenden Bürgermeister

„Die Kredite sind weg und wir haben ein kleines Polster für zukünftige Projekte“, sagte Schmidt. Er sei überzeugt, dass der Übergang gut funktionieren werde und sich die Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung der Gemeinde vorerst nicht ändern werden. Mit Applaus verabschiedeten die Zuhörer den scheidenden Bürgermeister, ehe das Gremium auch ein letztes Mal nichtöffentlich unter dem Vorsitz von Rolf Schmidt tagte. Die offizielle Verabschiedung findet am Sonntag, 7. Oktober, im Kurhaus statt. Beginn ist um 18 Uhr mit einem Sektempfang, die Feier beginnt um 19 Uhr.