Andrea Rudolf, Standesbeamtin in St. Blasien, darf dieses Amt nun auch in Bernau erfüllen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde sie offiziell bestellt. Hintergrund ist eine Vertretungsregelung, die die beiden Gemeinden miteinander getroffen haben.

Bruno Maier, Hauptamtsleiter und Standesbeamter in Bernau, erläuterte dem Gremium, wie es dazu kam. Grundsätzlich gibt es nämlich in Bernau zwei Personen, die als Standesbeamte tätig sein könne, Maier und Katharina Fleig-Mutter. Falls beide ausfallen, etwa, wenn einer im Urlaub ist und der andere krank wird, könne das Landratsamt eine Krankheitsvertretung anordnen, so Maier.

Es könne aber zwei bis drei Wochen dauern, bis solch eine Vertretung gefunden sei. „So lange kann man nicht alles liegen lassen. Sterbefälle und Geburten dulden keinen Aufschub“, betonte Maier. Bürgermeister Rolf Schmidt ergänzte, dass er zwar früher das Standesamt in St. Blasien geleitet und somit die entsprechende Ausbildung habe. Allerdings dürfe er nur noch Eheschließungen vornehmen.

Ein Standesbeamter müsse nämlich alle fünf Jahre zu einer Fortbildung, sonst verliere er bestimmte Rechte. Mit der Hoffnung, dass der Austausch auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben möge, stimmten die Ratsmitglieder geschlossen für die Bestellung von Andrea Rudolf. Katharina Fleig-Mutter soll im Gegenzug auch für St. Blasien bestellt werden. Zwischen den Gemeinden wurde mit der Genehmigung des Landratsamtes ein öffentlich rechtlicher Vertrag für diese Vertretungsregelung geschlossen.