Ein solch großes Lagerleben mit unzähligen Zelten hat der Jugendzeltplatz Wacht schon lange nicht mehr erlebt: Mehr als 200 Kinder und Jugendliche aus 22 Nationalparken, Biosphärenreservaten und Naturparken in ganz Deutschland waren zum zehnten bundesweiten Junior-Ranger-Treffen gekommen.

Bundesweites Junior-Ranger-Treffen: Mehr als 200 Kinder und Jugendliche trafen sich auf dem Jugendzeltplatz Wacht in Berau und entdecken das Biospärengebiet.
Bundesweites Junior-Ranger-Treffen: Mehr als 200 Kinder und Jugendliche trafen sich auf dem Jugendzeltplatz Wacht in Berau und entdecken das Biospärengebiet. | Bild: Heike Spannagel

Angereist kamen sie aus der Sächsischen Schweiz und dem Bayerischen Wald, aus der Eifel, dem Harz und der Rhön, aus der Vorpommerschen Boddenlandschaft und dem Hainich-Werratal in Thüringen. 13 Stunden waren die Teilnehmer aus Rügen und von der Nordseeküste unterwegs, um den Schwarzwald zu entdecken. Dabei waren auch 15 Junior-Ranger aus dem Biosphärengebiet Schwarzwald.

Abenteuerliches Wochenende

Die Kinder und 70 Ranger erlebten ein schönes, spannendes und abenteuerliches Wochenende bei ihrem Gastgeber, dem im Juni 2017 von der Unesco anerkannten Biosphärengebiet Schwarzwald. Organisiert wurde das Treffen in Zusammenarbeit mit dem Verein Europarc Deutschland, dem Dachverband der nationalen Naturlandschaften, dem Naturpark Südschwarzwald und dem Naturschutzzentrum Südschwarzwald.

Auch Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war nach Bernau gekommen. Sie sagte: „Wir Erwachsene bauen auf junge Menschen wie ihr, die sich auch später als Erwachsene für den Erhalt von Natur und Landschaft einsetzen werden für die künftigen Generationen im Biosphärengebiet.“ Sie dankte dem Einsatz der acht bis 14 Jahre alten Juniorranger und allen Partnern und dem Organisationsteam.

Lehrreicher Aufenthalt

Bürgermeister Rolf Schmidt wünschte den Jungen und Mädchen einen lehrreichen Aufenthalt in der vielfältigen und wertvollen Kulturlandschaft. Er freue sich, mit der Norbert Goos vom Gasthof "Schwarzwaldhaus" ein erfahrener Naturparkwirt aus Bernau die große Gruppe verpflege. Lörrachs Landrätin Marion Dammann, die Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald ist, dankte dem Biosphärengebiet für die Einladung zur Zusammenarbeit und betonte, dass die außerschulische Bildung in den Reservaten für Schulen und auch Kindergärten eine große Bedeutung für die Bildungsarbeit habe. Stefan Büchner, Leiter des Naturschutzzentrums Südschwarzwald, ergänzte: „Ich glaube, es ist besonders wichtig, dass Kinder und Jugendliche unsere Natur und deren Schutz als etwas Positives kennen lernen. Es ist toll, zu sehen, mit welcher Begeisterung und Freude die Junior Ranger bei der Sache sind und sich für ihre Natur einsetzen.“

Ein Jahr Vorbereitung für das Treffen

Junior-Ranger und ihre Betreuer aus ganz Deutschland lernen sich bei den Treffen kennen und entdecken jedes Jahr eine neue nationale Naturlandschaft, sagte Neele Larondelle, die das bundesweite Junior-Ranger-Programm bei Europarc Deutschland leitet. Sie dankte den Mitarbeitern des Biosphärengebietes, die mit voller Kraft mit fast einem Jahr Vorbereitung das Treffen organisiert haben, was die Region auszeichne. Waldshuts Landrat Martin Kistler dankte vor allem Bürgermeister Rolf Schmidt als einem der Väter des Biosphärengebietes Schwarzwald und sprach der Gemeinde Bernau ein Kompliment aus, denn schöner als hier könne solch eine Veranstaltung kaum sein.

Spaß bei der Rallye Bernau

Die jungen Ranger konnten bei einer Rallye Bernau und den Südschwarzwald mit seinen Hochlagen, Tälern und ausgedehnten Weidfeldern kennenlernen. Eine Wanderung mit dem Eselpärchen Angelo und Paulina führte sie zum Heimatmuseum Resenhof und weiter zu einem Pflegeeinsatz beim Loipenzentrum.

Damit war die erste Gruppe bereits am Samstag fertig geworden und der Förster musste sich für den nächsten Tag eine neue Arbeit ausdenken. Alternativ vergnügten sich die Gruppen beim Markt der Möglichkeiten an Ständen rund um den Wachtweiher. Sie konnten schnitzen, einen Schniiedesel ausprobieren, mikroskopieren Nistkästen und Hochsitze bauen, bei einem Quiz die Blumen und Pflanzen rund um den Weiher erkennen, bei Christel Andrea Steier aus Bernau Insekten und Käfer basteln, sich eine eigene Biosphäre bauen oder am Workshop „Orientierung im Gelände“ teilnehmen. Außerdem gab es Abenteuerspiele und Stockbrot grillten die Teilenehmer auch. Nachdem die jungen Ranger den tagsüber sehr aktiv waren, trafen sie sich am Abend zum gemütlichen Beisammensein mit Musik am Lagerfeuer.

Junior-Ranger-Programm

Das bundesweite Junior-Ranger-Programm ist ein gemeinsames Programm von Europarc Deutschland und den Nationalen Naturlandschaften mit Unterstützung durch den WWF Deutschland und der Town & Country Stiftung. Insgesamt sind mehr als 100 Junior Ranger Gruppen in fast 50 Nationalen Naturlandschaften aktiv.