Alexander Schönemann hat am 1. Oktober zum ersten Mal das Rathaus als amtierender Bürgermeister der Gemeinde betreten. Viel hat er seither erlebt, viele Erfahrungen hat er gemacht – und er konnte erfreut feststellen, „wie viele Stellhebel es doch gibt“. Im Amt ist er angekommen, lernen müsse er aber noch viel, sagt der Bürgermeister.

Eng mit der Heimatgemeinde verbunden

„Man hat eine Vorstellung, wie die Arbeit des Bürgermeisters so ist“, sagt Alexander Schönemann im Rückblick. Auch wenn er nicht in Bernau gewohnt hat, war er – zum Beispiel durch seine Tätigkeit als Vereinsvorsitzender – mit seiner Heimatgemeinde eng verbunden. Sein Vorgänger sei auch für ihn „eine recht greifbare Person“ gewesen. Man kenne als interessierter Mensch auch die wichtigsten Themen der Gemeindepolitik.

Fülle an Aufgaben und Themen

Und doch ist es etwas anderes, wenn man das Amt dann selbst antritt, „dann ist man direkt konfrontiert mit der Fülle der Aufgaben und Themen. Es ist einfach überwältigend in einem positiven Sinn“, unterstreicht der neue Bernauer Bürgermeister. Die vielen Themen- und Arbeitsbereiche der Gemeinde kennenzulernen sei sehr spannend gewesen. „Ich bin bisher eher der Otto-Normal-Konsument gewesen“, sagt Schönemann mit Blick auf den besonderen Kunstbereich.

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Natürlich wusste er, dass Bernau mit seinem Kunstmuseum und dem Resenhof über tolle Museen verfügt. Wie kompetent dort gearbeitet werde und wie umfangreich die Aufgaben sind, bleibe doch den meisten Menschen verborgen. Mit großem Einsatz werde zum Beispiel an der Neukonzeption des Resenhofes gearbeitet, Kontakt zu großen Museen gehalten oder die Verleihung des Hans-Thoma-Landespreises mit vorbereitet.

Schon einiges gelernt

Schnell hat er gelernt, dass Förderanträge ein wichtiges Werkzeug für kleine Kommunen sind, damit sie auch Projekte verwirklichen können, die sie sich sonst nicht leisten könnten. „Aber was an solchen Anträgen alles dran hängt. Anträge muss man ordentlich hinterfüttern, da steckt viel Arbeit dahinter“, sagt Schönemann.

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Viele Formulare würden auf einem langen und vorgegebenen Weg die Verwaltung durchlaufen, um alle notwendigen Stempel zu erhalten. Erfahrungen aus seiner alten Berufswelt will Alexander Schönemann für die Gemeindeverwaltung nutzen. In seiner Firma sei wie in vielen Unternehmen alles digital und „ich konnte von jedem Ort aus meinen Job machen“. Nun bestimmen Papierordner wieder den Alltag. „Ich habe die Absicht, die Arbeit digitaler zu machen“, sagt Alexander Schönemann.

Viele Ideen für das neue Amt

Als Beispiel nennt er den Kalender und auch Dokumente sollten digitalisiert werden, Rechnungen könnten zum Beispiel schnell und ohne Papier bearbeitet werden. Die Abläufe in der Verwaltung möchte er moderner gestalten, um so Zeit für andere Arbeiten zu schaffen. Natürlich gehe es dabei auch darum, dass auch den Bürgern der Kontakt zur Verwaltung möglichst einfach gemacht wird. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen sei für ihn wichtig: Bauhof und Feuerwehr könnten zum Beispiel gemeinsam Geräte nutzen, auch in der Verwaltung selbst könnte es Ansatzpunkte für eine interkommunale Zusammenarbeit geben.

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Von überstürztem Handeln hält er aber nichts, Schritt für Schritt wolle er Veränderungen vorantreiben. Eigene Ideen seien aber ohnehin zunächst im Hintergrund, „denn in den ersten Monaten will und muss man viel kennenlernen“, schließlich müsse richtig verstehen, wie die Organisation, die er nun leitet, arbeitet. Auch viele Antrittsbesuche hatte Schönemann zu absolvieren und etliche für ihn in dieser Zeit wichtigen Veranstaltungen haben halbe oder ganze Tage gedauert.

Delegieren muss er noch lernen

Als Projektleiter in einem Unternehmen sei er es zwar gewohnt gewesen, zu strukturieren und zu gewichten. In seiner neuen Position merke er aber, wie schwierig es ist, Prioritäten zu setzen, eigentlich sei ja alles wichtig. Natürlich wolle er am liebsten selbst reagieren, wenn er persönlich angesprochen wird. Doch werde er das zeitlich gar nicht durchhalten können. Was muss er also als Bürgermeister selbst machen, was sollte oder könnte er delegieren. Schönemann: „Das ist das Feld, auf dem ich noch am meisten lernen kann.“

Schönemann will viele Dinge angehen

Und gibt es nach mehr als 100 Tagen im Amt nun eine Agenda für 2019 und die folgenden Jahre? Viele Dinge wolle er angehen, aber der Gemeinderat müsse jeweils entscheiden. Deshalb sei es für ihn wichtig, die Kommunalwahl Ende Mai abzuwarten. Die Sporthalle, das Feuerwehrgerätehaus, der Kindergarten, die Wintersportanlagen, ein interkommunales Gewerbegebiet, Wohnraum – viele Aufgaben möchte er dann mit dem neuen Gremium angehen. Klar sei, dass sich die Gemeinde entscheiden müsse, welchem Großprojekt sie sich zuerst widmen möchte, schließlich müsse und wolle Bernau das riesige Projekt Glasfasernetzausbau in den kommenden Jahren stemmen.

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Schönemann findet es gut, dass er noch Zeit hat, wichtige Projekte vorzubereiten, ehe er mit dem neue gebildeten Gemeinderat bei einer Klausurtagung im Herbst eine Prioritätenliste für das kommende Jahrzehnt erarbeitet. „Und dann muss das mit der Bevölkerung abgestimmt werden“, sagt der Bürgermeister.