Die Gemeinde Bernau will Gesellschafterin der Wirtschaftsregion Südwest werden. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Nun wird die Gemeindeverwaltung einen Antrag auf Aufnahme stellen. Jüngst hatte sich Bürgermeister Alexander Schönemann mit Landrat Martin Kistler über die als GmbH organisierte Wirtschaftsregion Südwest (WSW) unterhalten. „Für uns als Gemeinde, für das Gewerbe vor allem, würde es meiner Meinung nach sehr viel bringen“, sagte Schönemann. Deshalb hatte er den WSW-Geschäftsführer Alexander Maas in die Sitzung eingeladen. Das Gremium folgte dem Vorschlag des Bürgermeisters einstimmig mit einer Enthaltung, den Beitritt in den Kreis der Gesellschafter zu beantragen.

Kaum bekannt

Die Gesellschaft sei für die Wirtschaftsförderung in den Landkreisen Waldshut und Lörrach verantwortlich, sagte Maas. Während die WSW, die seit mehr als zwei Jahrzehnten besteht, im Nachbarlandkreis recht bekannt sei, kenne man das Unternehmen im Landkreis Waldshut kaum. Das liege unter anderem an der gesonderten Wirtschaftsförderung des Landratsamtes und daran, dass einige WSW-Mitarbeiter für das Landratsamt tätig seien.

Netzwerk vergrößern

Maas, der seit fünf Jahren an der Spitze des Unternehmens steht, möchte das nun ändern. Deshalb hatte er sich vorgenommen, 2018 fünf neue Kommunen aus dem Kreis zu gewinnen. In der Region ist lediglich Ibach WSW-Gesellschafterin, mit mehreren Kommunen sei er im Gespräch. Es gehe darum, Netzwerke zu schaffen, in denen sich Unternehmen austauschen können.

Werbung für die Gemeinden

Standortmarketing gehöre ebenso zu den Leistungen der Wirtschaftsregion Südwest wie die Vermittlung von Kontakten, Clustern, Netzwerken und Kooperationen oder die Beratung von Unternehmen. Die WSW organisiere Veranstaltungen oder helfe auch praktisch bei der Werbung von Fachkräften oder der Suche nach Unterkünften.

Beispiele für Erfolg

Als Beispiel für die Hilfe beim Anwerben ausländischer Mitarbeiter nannte Maas eine Veranstaltung, bei der unter anderem ein Mitarbeiter der Ausländerbehörde und der Kfz-Zulassungsstelle als Referenten auftraten. In einem der Netzwerke hätten die beteiligten Unternehmen eine Einkaufsgemeinschaft für bestimmte Dinge gegründet.

Schnittstelle für Landkreise und Kommunen

Das Unternehmen verstehe sich als Schnittstelle zu den Landkreisen und Kommunen. Es halte engen Kontakt zu den Ministerien in Stuttgart. Dabei gehe es zum Beispiel darum, dass die eigenen Netzwerke in den Clusteratlas des Landes aufgenommen werden. Dadurch könnten sie auch bei Förderprogrammen berücksichtigt werden. Unternehmen und Kommunen könnten nicht alle Probleme selbst lösen und Herausforderungen allein stemmen, sagte Maas. Die WSW helfe, Kräfte zu bündeln. Die Veranstaltungen seien kostenlos und fänden meist im nahen Umkreis der Betriebe statt.

Was es kostet

250 Euro muss Bernau einmalig als Stammkapital aufbringen, außerdem sei eine jährliche Umlage von wenig mehr als 1100 Euro zu bezahlen. Neben zwei Energieversorgern und Sparkassen seien nur Kommunen und die Landkreise Gesellschafter.

Gute Ideen

„Es sind eigentlich genau die Ideen, die wir hier brauchen“, sagte Gemeinderat Friedhelm Bork. Horst Faschian sagte, dass Informationsaustausch wichtig sei. Wenn die Gemeinde einen Nutzen daraus ziehen könne, sei es gut investiertes Geld. Komme man zum Beispiel nach drei Jahren zu dem Schluss, dass die Beteiligung nichts gebracht habe, könne man auch wieder ausscheiden, sagte Schönemann.