Unterschiedlicher könnten diese fünf Künstler nicht arbeiten. Aber sie haben eins gemeinsam: Sie kommen aus der weiträumigen Region des Dachsberg im Südschwarzwald. Und sie zeigen in der Ausstellung „Zwischen Höll und Himmel“ im Hans-Thoma Museum in Bernau viel Licht und Dunkel dieser Region: Roswitha Herrmann, Mechthild Ehmann, Conrad Schierenberg, Peter Schütz und als Jüngste Janina Flösser (28). Sie lässt als Gruß vom Himmel über allem ihren zauberhaften Schwarm von Papierschwalben von der Decke schweben. Die geben dem großen Ausstellungsraum eine lichte Leichtigkeit. Und die Anspielung auf die „Höll“ bezieht sich auf eine Künstlerkolonie, die dort Anfang des 20. Jahrhunderts im dunklen Talwinkel des Höllenbachs lebte.

Dunkle Schwarzwaldlandschaften malt auch Roswitha Herrmann, die sie mit knappem Strich als Pastell festhält, höchstens vom Mond erhellt. Sie inszeniert eindrucksvoll im abgedunkeltem Ausstellungsraum ihre Landschaften („Monderhellter Schwarzwaldgarten“), mal dramatisch düster, dann wieder – ebenfalls knapp und expressiv – aber fast lieblich. Die andern vier Künstler teilen sich die Museumsräume: Da begegnet sich das Künstlerehepaar Ehmann-Schierenberg im Preisträgerraum: Er mit sparsam angedeuteten Landschaftsbildern, Portraits und Stillleben mit Weinflaschen – alles in kühner Spachteltechnik. Aber auch mit fast gegenstandslosen Schneebildern in Weiß-Rosé-Blautönen und einer schönen Serie von Baumbildern: „Ich komme immer mehr ins Zerfleddern“, kommentiert er vergnügt. Ganz anders die Bildhauerin Mechthild Ehmann: Sie zeigt konzentrierte, weich geschwungene Skulpturen („Black Wing“) aus Granit, Marmor, Sodalit oder polierter Bronze, immer im Spiel mit der Maserung, mit Glätte, Glanz und schroffem Urgestein. Und immer trotz ihres Gewichts schwebend leicht und jederzeit beweglich. Doch ihre Leidenschaft ist in jüngster Zeit Glas, wie man auch in Bernau sehen kann: „Das fasziniert mich. Aber es ist viel risikoreicher, weil man nicht weiß, wie es rauskommt.“

Für Peter Schütz geht Zeichnung und Malerei zusammen. In seinen kleinen, rätselhaften 19 „Begleiterscheinungen“ erzählt er humorvoll Geschichten von Menschen, Pferden und Linien, die um sie herum zu wachsen scheinen. Der Betrachter kann diese Geschichten weiterspinnen. Andere Bilder sind in Farbe und Form streng reduziert, wie konstruiert. Die Linie triumphiert auf unifarbigem Grund, und sei es so witzig wie beim „Fürst“ mit seinen großen Eselsohren. Janina Flösser zeigt außer der erwähnten Papierinstallation „Schwalben“ und kleinen Holzarbeiten die ausgreifende Installation „Spuren, drei Figuren mit Fußabdruck“ Hier zeigt sie ihr ganzes Können als Holzbildhauerin.

Die Ausstellung „Höll und Himmel“ im Hans-Thoma-Museum Bernau ist bis 1. Mai mittwochs bis freitags von 10.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet und am Wochenende von 11.30 bis 17 Uhr.