Die Wiesenmeisterschaft gibt es seit 2013. Der Naturpark Südschwarzwald möchte mit dem Wettbewerb Landwirte ausfindig machen und auszeichnen, die bei der Bewirtschaftung ihrer Grundstücke auf hohen Artenreichtum achten und zugleich eine gute und ausgewogene futterbauliche Qualität erzielen.

Dabei hat die Weide der Familie Böhler in Bernau 36 von 40 möglichen Punkten erreicht. In diesem Jahr richtete sich die Wiesenmeisterschaft an Mitglieder der „Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind“. Diese Bewirtschaftung geht auf jahrzehntelange Erfahrungen und Bewirtschaftungstraditionen zurück zur Gewinnung von Milch und Fleisch. Der Erhalt der Wiesen und Weiden als Lebensräume für Pflanzen und Tiere, auch zum Schutz des Grundwassers sowie ihre Funktion für Tourismus und Heimat sollen mit der Wiesenmeisterschaft stärker ins Bewusstsein gerückt werden.

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Partner dieses Projektes sind der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV), das Institut für Agrarökologie und Biodiversität (ifab) und die EZG Schwarzwald Bio-Weiderind. Es findet in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Elsass und dem Partner-Naturpark „Parc Naturel Régional des Ballon des Voges“ in den Südvogesen statt.

Deutsch-französische Jury

In Frankreich werden die Wiesenmeisterschaften jährlich auf nationaler Ebene ausgerichtet, in Deutschland nur in einzelnen Regionen. Auf Anregung des französischen Partners finden nun seit 2013 die Wiesenmeisterschaften gemeinsam mit einer deutsch-französischen Jury statt, die die schönsten Flächen aussuchen.

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In diesem Jahr müssen die Wiesen und Weiden im Landkreis Waldshut oder in den Gemeinden Lenzkirch, Schluchsee, Feldberg und Hinterzarten auf mindestens 500 Metern Normalnull liegen und mindestens vier der auf dem Meldebogen abgebildeten Arten aufweisen. Die Flächen müssen außerdem zum Futtererwerb für das Vieh genutzt werden. Aus der Erzeugergemeinschaft waren von Görwihl bis Lenzkirch 25 Flächen von zehn Landwirten angemeldet worden, von denen nach einer Vorauswahl sechs begutachtet und bewertet wurden, darunter Flächen in Bernau, Dachsberg, Ibach, Görwihl und Lenzkirch.

Die Jury traf sich nun in Bernau. Holger Wegner, stellvertretender Geschäftsführer vom Naturpark Südschwarzwald, begrüßte unter den Teilnehmer aus Landwirtschaft, Ökologie, Naturschutz und Imkerei insbesondere Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks, Padraig Elsner, Pressesprecher vom BLHV, Rainer Oppermann, den Leiter des Instituts für Agrarökologie und Biodiversität mit dessen Mitarbeiter Johannes Mauserlich, Vertreter des Badischen Imker-Landesverbandes, Freddy Kunzelmann vom SWR, Markus Kaiser, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft und deren Beirat Johannes Schwörer sowie die Gäste aus Frankreich.

Neben der Artenvielfalt der Pflanzen und Insekten werden auch landwirtschaftliche und ökologische Kriterien, wie Futterqualität und Menge bewertet. Die Begutachtung hat in Bernau begonnen und wird in Lenzkirch enden.

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Die 15 Experten gingen in Bernau-Hof ans Werk, um eine Weidefläche im Gewann Zimmerhalde zu begutachten, die von dem Landwirtsehepaar Christof und Petra Böhler bewirtschaftet wird. Zuvor bekam jeder Juror einen Erfassungsbogen, in den die gefundenen Pflanzen und Blumen eingetragen werden, vom Augentrost, Labkraut und Hornkleearten bis zum Knöterich, zu Lichtnelken und Skabiose oder weiter gefundenen Blümchen und Kräutern.

Zu bewerten gilt es zudem den standortbezogenen Futterwert, die Artenvielfalt, eventuelle Giftpflanzen und die Vegetationsausprägung der Wiese. Bei dem hochsommerlichen Wetter genossen die Jury-Mitglieder sicher auch die schöne Landschaft unter dem Herzogenhorn, als sie im Gänsemarsch durch die Wiese schritten. So viel war vorab schon mal zu erfahren: Die Weide der Familie Böhler hat 36 von 40 möglichen Punkten erreicht.

Siegerehrung: Der Naturpark Südschwarzwald feiert am 21. Juli sein 20-jähriges Bestehen in Wallbach. In dem Rahmen sollen auch die Sieger der Wiesenmeisterschaft geehrt und ausgezeichnet werden.