Hinweis: Dieser Artikel wurde um Ergänzungen des Veranstalters Vano Soleymani zu Zahlen und Hintergründen aktualisiert.

Um 17 Uhr ging es los mit Linda Runge vom Duo Sommerwind. Erst 50 Zuschauer hatten den Weg auf die Youtube-Seite gefunden, als die junge Musikerin Stücke von Max Giesinger bis John Denver spielte. Nach und nach füllte sich der virtuelle Publikumsraum, es galt mit Dominik und Elena Buchleither vom Öflinger Restaurant „Im Vorderhus“ den ersten von drei Gängen zuzubereiten: Gebratener Lachs mit asiatischer Beilage.

Ganz ohne direkten Publikumskontakt zu spielen war für Linda Runge vom Duo Sommerwind eine ungewohnte, aber spannende Erfahrung. Ihre Kollegin Franziska Groß war aus Sicherheitsgründen zu Hause geblieben.
Ganz ohne direkten Publikumskontakt zu spielen war für Linda Runge vom Duo Sommerwind eine ungewohnte, aber spannende Erfahrung. Ihre Kollegin Franziska Groß war aus Sicherheitsgründen zu Hause geblieben. | Bild: Julia Becker

Mit Schmuserock und italienischen Schlagern übernahm Rocco Costa das Mikrofon. Im Wechsel mit Linda Runge gestaltete der Waldshuter Sänger den ersten Teil des Abends. Nach der Hauptspeise – Entrecôte und Gambas mit Knoblauchbutter, Rosmarinkartoffeln und Chili-Möhren – konnten die nun rund 150 Zuschauer vom Sofa aus die Jonglagekünste des Zirkus Papperlapapp bewundern. Das Zirkusprojekt ist eine Initiative des Caritasverbands Hochrhein und wurde 1999 von Michael Koubik ins Leben gerufen.

Elena und Dominik Buchleither vom Restaurant „Im Vorderhus“ bereiteten vor laufender Kamera ein Dreigänge-Menü zum Mitkochen zu. Daneben sie Moderatoren Kerstin Bähr und Pattric Grzybek.
Elena und Dominik Buchleither vom Restaurant „Im Vorderhus“ bereiteten vor laufender Kamera ein Dreigänge-Menü zum Mitkochen zu. Daneben sie Moderatoren Kerstin Bähr und Pattric Grzybek. | Bild: Julia Becker

Nach dem Dessert – Tonkabohnen-Panna Cotta mit frischen Beeren – übernahmen die Acoustic Rebelz die Bühne. Nach einer guten halben Stunde Folk und Rock der Säckinger Band waren noch etwa 140 Zuschauer dabei. Bei der Feuershow des Zirkus Papperlapapp um 21 Uhr ließ die Energie der Zuschauer ein wenig nach, doch die weithin bekannte Band Elektrified Soul lockte mit ihrem dynamischen Blues-Rock nochmal einige Fans an den heimischen Monitor.

Stefano Campanella behält die Monitore beim Auftritt von Electrified Soul im Blick.
Stefano Campanella behält die Monitore beim Auftritt von Electrified Soul im Blick. | Bild: Julia Becker

„Das Gesundheitsamt ist vor Ort, damit die Regeln eingehalten werden“, erklärte Bürgermeister Alexander Guhl. Zwei Mitarbeiterinnen des Ordnungsamtes verfolgten die Veranstaltung, schon im Voraus gab es ein strenges Sicherheitskonzept. In der Praxis schien dann manches lockerer auszufallen, als angekündigt: Masken wurden nicht oder nur halb getragen, Sicherheitsabstände nicht immer einhalten. Veranstalter Soleymani erklärt dazu: „Das sind unsere internen verschärfteren Maßnahmen“, es handele sich bei den Masken nicht um die grundsätzlichen Auflagen. Er ergänzt: „Es besteht keine Pflicht, während einer Vorführung vor der Kamera Masken zu tragen. Dafür gibt es bestimmte rechtliche Grundlagen.“

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Es zeigten sich einige Herausforderungen: Mikrofone und Headsets schienen nicht immer kompatibel mit den Mund-Nase-Masken, Absprachen während einer Live-Übertragungen konnten nicht immer zugerufen werden.

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Mindestens ebenso häufig im Bild wie die Künstler waren die zahlreichen lokalen Sponsoren. „Meldet euch, schickt uns kleine Videos“, forderte Moderatorin Kerstin Bähr weitere lokale Unternehmen und die Zuschauer daheim auf, sich in diesem Rahmen zu präsentieren – „kostenlos“, wie Soleymani erklärt und auf den Charakter der Non-Profit-Veranstaltung verweist. Auch wenn die direkte Interaktivität mit den Rückmeldungen nicht so reibungslos funktionierte wie geplant: Die kurzen Videos sollen dann nachträglich in der Aufzeichnung des Abendprogramms eingefügt werden.

Lob für die Bürger und das Event gab es von Bürgermeister Alexander Guhl und Christoph Dennenmoser vom DRK Bad Säckingen im Kurzinterviews mit den Moderatoren Kerstin Bähr und Pattric Grzybek.
Lob für die Bürger und das Event gab es von Bürgermeister Alexander Guhl und Christoph Dennenmoser vom DRK Bad Säckingen im Kurzinterviews mit den Moderatoren Kerstin Bähr und Pattric Grzybek. | Bild: Julia Becker

„Großartig“, hätten die Bad Säckinger Bürger auf die Einschränkungen der letzten Wochen reagiert, so Bürgermeister Guhl. Das Bewusstsein im Ort sei groß, schloss sich Christoph Dennenmoser vom DRK Bad Säckingen dem Bürgermeister an. In einem kleinen Interview berichteten Guhl und Dennenmoser, wie die Rettungsdienste und die Stadtverwaltung in Zeiten der Corona-Pandemie mit den Herausforderungen umgehen – von Schutzkleidung über Heimarbeit bis hin zu mehr Zeit mit seiner Ehefrau für den Bürgermeister. Der Zusammenhalt sollte auch über das Internet gefördert werden.

Mit reichlich eigenen Bildern und Kurzvideos auf Facebook dokumentierte das Team die Arbeit hinter den Kulissen und animierte das Publikum zum Mitmachen: Wer ein Foto von sich und einem Zettel mit dem Text „#zusammenhalt“ auf Facebook teilte, konnte Grillzubehör eines der Sponsoren gewinnen. Außerdem war eine Testfahrt mit einem städtischen Elektromobil im Angebot. Bis Sonntag Mittag nahmen zahlreiche Zuschauer teil – Veranstalter Soleymani hatte am Sonntagmorgen bereits 50 Teilnahmen gezählt, wie er erklärt. Der Gewinner stand jedoch noch nicht fest.

Organisator Vano Soleymani war sehr zufrieden mit der Veranstaltung und lobte den Einsatz aller Beteiligten.
Organisator Vano Soleymani war sehr zufrieden mit der Veranstaltung und lobte den Einsatz aller Beteiligten. | Bild: Julia Becker

„Wir wollten direkt auf Facebook streamen, leider wurde der Link geblockt“, bedauerte Veranstalter Vano Soleymani. So gab es auf der Facebookseite novaparkevent nur den Link zu sehen – der einzige Weg, auf den Livestream zu kommen, denn über die Suche bei Youtube selbst war das Event nicht zu finden.

3000 Mal wurde an diesem Abend auf das Live-Video direkt bei Youtube geklickt, im Schnitt verfolgten rund 150 Zuschauer dort zeitgleich das über fünf Stunden dauernde Programm. Über das soziale Netzwerk Facebook seien 13.000 Menschen erreicht worden, so Soleymani.

Insgesamt zeigte sich Soleymani sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Natürlich gibt es ein bisschen Optimierungsbedarf. Aber wir hatten auch keine Proben, haben so noch nie zusammengearbeitet.“ Auch mit den Rückmeldungen der Zuschauer ist Soleymani zufrieden: „Ich bin positiv überrascht, auch vom Feedback. Es schreit nach einer Wiederholung!“

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