Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen – seit Corona ist diese Devise im Prinzip nichts neues. Es braucht Ideen und die richtigen Leute und schon wird das, was doch eigentlich unmöglich ist, doch möglich. In die Reihe der Veranstaltungen, die auf diesem Wege trotz widriger Rahmenbedingungen stattfinden konnten, reiht sich nun auch die Freisprechung der Zimmerer-Gesellen: Auf Initiative von Christian Denz, dem Obermeister der Innung im Kreis Waldshut, fand diese nämlich in der Wallbacher Huber-Arena statt.

Gratulation an den Jahrgangsbesten: Obermeister der Innung, Christian Denz, übergibt ein Präsent an den frisch gekürten Zimmerer-Gesellen und Innungsmeister, Gabriel Mutter (von links).
Gratulation an den Jahrgangsbesten: Obermeister der Innung, Christian Denz, übergibt ein Präsent an den frisch gekürten Zimmerer-Gesellen und Innungsmeister, Gabriel Mutter (von links).

Als Location des beliebten Autokinos hat sie die Huber-Arena in den vergangenen Monaten über die Stadt hinaus einen Namen gemacht und gleichzeitig Flexibilität bewiesen. Wie die gestrige Freisprechung nun bewiesen hat, eignet sich die Huber-Arena auch wunderbar für Corona-konforme Abschlussfeiern. „Wir Zimmermänner lassen uns nicht unterkriegen“, hatte Denz im Vorfeld angekündigt. Und er sollte Recht behalten: Die außergewöhnliche Freisprechung war ein Erfolg und gab den jungen Gesellen diejenige Anerkennung, die sie sich nach drei Jahren Lehrzeit verdient haben.

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Freisprechung einmal anders: Aus ihren Autos heraus und über eine bestimmte Radiofrequenz konnten die Gesellen die Grußbotschaften über die Leinwand mitverfolgen. Bild: Maria Schlageter
Freisprechung einmal anders: Aus ihren Autos heraus und über eine bestimmte Radiofrequenz konnten die Gesellen die Grußbotschaften über die Leinwand mitverfolgen. Bild: Maria Schlageter

Dass ausgerechnet die stolzen Zimmerer ihre Freisprechung auf erfinderische Art und Weise durchgeführt haben, könnte an der Eigenart der Zimmerleute selbst liegen. In den verschiedensten Grußbotschaften, die als vorweg aufgenommene Videoclips gezeigt wurden, wurden die Redner nicht müde, die Kreativität der Zimmerer in ihrem Umgang mit Holz zu betonen. Vertreter aus der Politik, darunter die Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter und Landrat Martin Kistler, ebenso wie der Kreishandwerksmeister Thomas Kaiser und der Präsident von Holzbau Deutschland, Peter Aicher aus Bayern, richteten sich mit lobenden Worten an die Gesellen. Die Gesellenprüfung sei ein Meilenstein im Berufsleben, aber im Grunde genommen auch erst der Anfang. „Jetzt beginnt erst die wahre Lehre“, unterstrich Denz, der in gewohnter Zimmerer-Manier reimend moderierte.

Die Huber-Arena bot genügend Platz und die passende Infrastruktur um die Freisprechung im Corona-Jahr durchzuführen. Bild: Maria Schlageter
Die Huber-Arena bot genügend Platz und die passende Infrastruktur um die Freisprechung im Corona-Jahr durchzuführen. Bild: Maria Schlageter

Feierlicher Höhepunkt war aber sicherlich die persönliche Beglückwünschung durch den Obermeister und seinen Stellvertreter Matthias Mutter, für welche die frischgebackenen Gesellen auch ihr Auto verlassen durften. So konnte jeder der 35 anwesenden Zimmerer-Gesellen „seinen“ Moment vor Kollegen und Familienmitgliedern genießen, die hinter den Frontscheiben ihrer PKW ein lautes Hupkonzert veranstalteten.

Auch wenn die Freisprechung des Abschlussjahrgangs 2020 nicht so war, wie die in den Jahren davor, ihren besonderen Charme hat die Veranstaltung nicht verloren. Dank der einfallsreichen Beiträge, wie beispielsweise die musikalische Videobotschaft zweier Ausbilder, wurde es den Zimmerleuten trotz kalter Außentemperaturen in ihren Autos doch warm ums Herz.

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