Mit dem Kunst- und Handwerkermarkt im Schlosspark fand am Wochenende die erste größere Veranstaltung in Bad Säckingen seit Beginn der Corona-Krise statt. Für viele der 70 Aussteller war es die erste Verdienstmöglichkeit seit den Weihnachtsmärkten im vergangenen Jahr. Doch aufgrund der weiterhin geltenden Regeln zum Pandemieschutz fand die Veranstaltung unter erschwerten Bedingungen statt.

Wer als Besucher in den Schlosspark wollte, der brauchte Geduld, denn es durften aufgrund der Corona-Verordnung des Landes maximal 100 Besucher gleichzeitig das weitläufige Veranstaltungsgelände betreten, wodurch es zu Wartezeiten am Einlass kam.

Lange Warteschlangen: Bis zu einer Stunde mussten Besucher teilweise warten, um in den Schlosspark zu gelangen. Das schreckte viele potentielle Besucher ab.
Lange Warteschlangen: Bis zu einer Stunde mussten Besucher teilweise warten, um in den Schlosspark zu gelangen. Das schreckte viele potentielle Besucher ab. | Bild: Peter Koch

Das Gelände, das zur Innenstadt hin durch eine hohe Mauer eingefriedet ist, wurde zum Rhein mit Bauzäunen abgegrenzt. Die 100 Besucher, die gleichzeitig auf das weitläufige Areal durften, verteilten sich derart, dass man die Stände beinah für sich alleine hatte. Viele Interessierte ließen sich von der Warteschlange abschrecken. Die, die blieben, mussten bis zu einer Stunde anstehen. Dass rief bei Besuchern und einigen Betreibern Unmut hervor – und viele fragten sich, warum nur so wenige Menschen zugelassen waren.

Handgemachtes Eis war die Attraktion für die Kinder. Erdinc Yüce (hinten) produzierte die Leckerei vor den Augen der Kunden.
Handgemachtes Eis war die Attraktion für die Kinder. Erdinc Yüce (hinten) produzierte die Leckerei vor den Augen der Kunden. | Bild: Peter Koch

Christiane Bruns, Geschäftsführerin der Firma Bruns Events, die den Markt organisiert hatte, erklärte, sie sei dem Ordnungsamt der Stadt und dem Bürgermeister sehr dankbar dafür, dass die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte. „Die haben was für uns riskiert, und mir war klar, wenn das schief geht, dann haben wir alle ein riesiges Problem.“ Daher, so Bruns, habe sie die Veranstalter immer wieder auf die neuen Regeln eingeschworen.

Draußen lange Schlange, drinnen ungewohnte Ruhe. Nur 100 Besucher gleichzeitig durften sich im Schlosspark aufhalten. 70 Aussteller warteten auf die Kunden.
Draußen lange Schlange, drinnen ungewohnte Ruhe. Nur 100 Besucher gleichzeitig durften sich im Schlosspark aufhalten. 70 Aussteller warteten auf die Kunden. | Bild: Peter Koch

Schließlich könnte es, wenn es funktioniere, der Startschuss für weitere Veranstaltungen im Land sein. Ursprung des ganzen Problems sei die Corona-Verordnung des Landes, erläutert sie. In Baden-Württemberg, anders als in anderen Bundesländern, gebe es für solche Veranstaltungen keine eigene Verordnung, wie sie zum Beispiel für die Gastronomie oder auch die Wochenmärkte existierten.

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Diese Unterschiede bei der Einstufung sorgte am Samstag für geradezu kuriose Gegensätze in der Innenstadt: So herrschte auf dem Münsterplatz mit seinen großen Außengastronomien und dem Wochenmarkt geschäftiges Treiben, während die Kunsthandwerker in ihren Hütten häufig allein saßen und hofften, zumindest die Kosten für Anfahrt und Stellplatzgebühr zu erwirtschaften.

Auch die „Fressmeile“ vor der Schlossparkbühne war aufgrund der Umstände schwach besucht. Einige Besucher machten auf den Parkwiesen teilweise lange Picknicks und nahmen damit anderen die Möglichkeit den Markt zu besuchen.
Auch die „Fressmeile“ vor der Schlossparkbühne war aufgrund der Umstände schwach besucht. Einige Besucher machten auf den Parkwiesen teilweise lange Picknicks und nahmen damit anderen die Möglichkeit den Markt zu besuchen. | Bild: Peter Koch

Aber die meisten zeigten sich zumindest erleichtert, dass es wieder losgehe. Der Markt im Schlosspark sei in normalen Jahren hervorragend, erklärten gleich mehrere Geschäftsleute.

Monika Braun, Käsehändlerin, vor dem Zaun zum Rhein. Der Kunst- und Handwerkermarkt war streng abgeriegelt. Wachschutz stand an den Eingängen und regulierte die Besucherzahl.
Monika Braun, Käsehändlerin, vor dem Zaun zum Rhein. Der Kunst- und Handwerkermarkt war streng abgeriegelt. Wachschutz stand an den Eingängen und regulierte die Besucherzahl. | Bild: Peter Koch

So kamen sie auch um die Veranstalterin zu unterstützen und um ihren Standplatz zu sichern. Schön wars allemal. Die Händler boten von Lederwaren über Metall-, Keramik-, Holzarbeiten und Malerei viele weitere sehenswerte und schöne Dinge an. Der idyllische Schlosspark mit seinem alten Baumbestand bot eine tolle Kulisse.

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In zwei Wochen, so Bruns, sei eine ähnliche Veranstaltung in Oberstdorf. Dort hätten sie die gleichen Rechte wie die Wochenmärkte und es gebe neben den üblichen Hygienevorschriften keine Einschränkungen.