Die Corona-Pandemie hat im vergangenen Jahr auch die Arbeit im dem Standesamt Bad Säckingen geprägt. Bei den sich zeitweise wöchentlich ändernden Verordnungen war beispielsweise die Durchführung von Hochzeiten nicht ganz einfach, erinnert sich Standesbeamtin Ursula Schöneich. Aber trotz Corona: Die Heirats-Lust war auch im Coronajahr ungetrübt. 152 Ehen hat das Bad Säckinger Standesamt geschlossen, das waren ebenso viele wir im Jahr davor. Allerdings hat Corona wohl bei der Zahl der Sterbefälle seine Spur hinterlassen: 2020 starben in Bad Säckingen 152 Menschen, in den Jahren davor waren es jeweils nur um die 120.

Der Schlosspark und der Diebsturm sind beliebte Örtlichkeiten für Eheschließungen in Bad Säckingen.
Der Schlosspark und der Diebsturm sind beliebte Örtlichkeiten für Eheschließungen in Bad Säckingen. | Bild: Kanele, Susanne

Es war im März des vergangenen Jahres als der Arbeitsalltag der Stadtverwaltung in den Lockdown fuhr. Das Rathaus wurde für Besucher geschlossen und die Arbeit fand nur nach Terminvereinbarung statt. Trotzdem, so berichtet Ursula Schöneich, sei es dem Standesamt gelungen, alle vereinbarten Eheschließungen durchzuführen. „Wer sich traute, der wurde auch verheiratet“, so Schöneich. Je nach aktuell gerade gültiger Verordnung mussten jedoch Personenzahl angepasst werden. Im März war die zulässige Höchstzahl bei einer Trauung zeitweise fünf Personen, eine Woche später waren es wieder zehn, später sogar wieder 20 Teilnehmer, was aber der Größe des Trauzimmers in der Orangerie zu verdanken war.

Im Sommer habe es praktisch kaum Einschränkungen gegeben, da bei Open-Air-Eheschließungen bei der Konzertmuschel 99 Personen erlaubt waren. Im Herbst wurden die Zügel wieder angezogen, die Teilnehmerzahlen wurden sukzessive wieder eingeschränkt, kurz vor Weihnachten wieder auf maximal fünf. Und dennoch hätten sich einige nicht davon abhalten lassen und sich das Ja-Wort gegeben, so Schöneich.

Das könnte Sie auch interessieren

Heirats-Lust ungebrochen

Insgesamt hat das Standesamt im Jahr 2020 152 Ehen geschlossen. Das ist in etwa so viel wie im Jahr zuvor. Man sieht daran, dass trotz Corona geheiratet wurde. Weiterhin erfreuen sich Hochzeiten im Bad Säckinger Schlosspark großer Beliebtheit. Die Konzertmuschel mit Trauungen unter freiem Himmel, die Orangerie, der Diebsturm und ab und an das Bootshaus seien sehr beliebt gewesen. Auch wenn die Hochzeiter gerade am Schlosspark die Gelegenheit zum anschließenden Apero schätzten, sei dies im Lockdown nicht möglich gewesen.

Die Termin-Reservierungen für Eheschließungen im neuen Jahr hätten bereits begonnen, so Ursula Schöneich. Im Moment sei die Heiratslust aber noch gebremst, weil die weitere Entwicklung unklar ist. Die Standesbeamtin vermutet, dass ihr Amt es in diesem Jahr wohl vielen kurzfristigen Hochzeiten zu tun haben.

Mehr Todesfälle als 2020

Das Standesamt verzeichnete 2020 152 Sterbefälle. Diese Zahl weist aber lediglich die Todesfälle innerhalb der Stadtgrenzen aus. Bad Säckinger Bürger, die in Kliniken außerhalb verstorben sind, sind hier nicht aufgeführt. Die Zahl der 152 in Bad Säckingen Verstorbenen ist deutlich höher als im Vorjahr. 2019 waren es nur 119, ähnlich viele wie auch 2018.

Das könnte Sie auch interessieren

Vermutlich hänge der Anstieg der Todesfälle mittelbar mit der Corona-Pandemie zusammen, schätzt Ursula Schöneich. Während des Lockdowns seien mehr Menschen zu Hause verstorben und nicht in ein Krankenhaus verlegt worden. Möglicherweise hätte Besuchsverbote die Angehörigen vor einer Verlegung abgeschreckt, so Schöneich.

„Im Jahr 2020 gab es mal wieder zwei waschechte Bad Säckinger“ – Standesbeamtin Ursula Schöneich hat zwei Hausgeburten beurkundet.
„Im Jahr 2020 gab es mal wieder zwei waschechte Bad Säckinger“ – Standesbeamtin Ursula Schöneich hat zwei Hausgeburten beurkundet. | Bild: Baier, Markus

Wieder zwei waschechte Bad Säckinger

Seit der Schließung der Geburtenstation in Bad Säckingen kommen kaum noch Babys innerhalb der Stadtgrenzen auf die Welt. Im vergangenen Jahr gab es allerdings wieder zwei Hausgeburten. „Somit gibt es im Jahr 2020 mal wieder zwei waschechte Bad Säckinger“, teilte die Standesbeamtin Schöneich mit. Wieviele Bad Säckinger Eltern in Kliniken außerhalb ein Kind zur Welt bringen wird im Standesamt nicht beurkundet, somit gibt es hierzu keine Zahlen. Mit einer Ausnahme: Wenn die Kinder in Schweizer Kliniken geboren werden, beantragen Eltern am Wohnsitz-Standesamt eine deutsche Geburtsurkunden. Auch hier zeigte sich Corona: Durch die zeitweise Schließung der Grenzen sind doch weniger deutsche Kinder in der Schweiz zur Welt gekommen. Nur 27 Elternpaare haben die Geburt ihres Kindes nachbeurkunden lassen. Im Vorjahr waren es noch 43.