Kleinkunst und Nischenmusik hat es derzeit schwer. Nicht nur in den Metropolen von Stuttgart, Leipzig oder Hamburg. Auch in der Trompeterstadt sind etliche Kulturschaffende derzeit zum Nichtstun verdammt. Die Spielleute Skadefryd etwa, die mit ihrer mittelalterlichen Marktmusik überregional seit Jahren bekannt sind, harren der Dinge. Am Samstagmorgen wollten die Barden, Minnesänger und Goldkehlchen ihren sonstigen Wohlklang durch Schweigen am Eingang zum Münsterplatz kundtun. Ein stiller Protest der fünfköpfigen Musikergilde vermittelte ansatzweise die gegenwärtige Situation.

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Als Kontrapunkt zum regen Marktgeschehen waren am Fotogeschäft in der Steinbrückstraße die Spielleute in Kostüm und mit Plakaten zu einer Mahnwache aufgereiht. „Wir haben derzeit Berufsverbot“, gab Günter Butz unumwunden preis. Das Management ist ihm für die Spielleute Skadefryd auch ans Herz gewachsen. „Wir sind Kleinunternehmer und Solokünstler, jeder für sich und in der Gruppe als Ganzes“, es breche etwas im künstlerischen Bereich derzeit weg, so die Insider-Feststellung von Butz. Letztmalig im Oktober aufgetreten, einige gut besuchte Auftritte bei etlichen Musikveranstaltungen auch unter strengen Hygienebedingungen, aber derzeit ist die Flaute für die Szene spürbar. Kleinunternehmer, Nebengewerbe und als zentrale Frage generell, „wie systemrelevant ist Musik und Kunst“, bei den Skaderyds sind es die Solokünstler, die verlieren, stellte Butz dabei fest. Aber nicht nur. Auch das Publikum werde etliche Formen liebgewonnener Amüsements zukünftig in der Region nicht mehr erleben können. „Das ist dramatisch, wir leben davon, und jetzt wieder hängengelassen worden“, Butz und seine Spielschar waren schon ein Stück weit resigniert. Die Marktbesucher haben den stillen Protest alleine schon wegen der Kostümierung wahrgenommen. Werbung in eigener Sache war früher zukunftsorientiert. Am Samstag zeigte sich auch in Bad Säckingen, dass einiges verschwinden wird, was sonst so zur Normalität gehört hat. Die Kunst bleibt auch in der Provinz nötig – darauf hat Skadefryd am Samstag unkonventionell hingewiesen.

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