Die angeschlagenen Stadtwerke Bad Säckingen haben derzeit zu kämpfen – vor allem mit den hohen Einkaufspreisen für Energie. Gleichzeitig hatte das städtische Unternehmen bereits im vergangenen Jahr erstmals ein Defizit von über drei Millionen Euro eingefahren.

Die Stadtwerke bräuchten Liquidität, begründete Bürgermeister Guhl seinen Plan, dem städtischen Versorger zwei Gebäude abzukaufen. Nur, der Gemeinderat zog in der Sitzung dieser Woche bei dieser Idee nicht mit. Denn: Die Stadt hätte für die 1,5 Millionen, die die beiden Häuser kosten sollen, einen Kredit aufnehmen müssen.

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Immobilien sind nicht Kerngeschäft einer Kommune

Grünen-Fraktionssprecherin Ruth Cremer-Ricken sagte im Gemeinderat, es sei nicht Sache der Stadt Immobilien zu kaufen und zu verwalten. Zudem, so die Grüne, habe der Aufsichtsrat der Stadtwerke dazu noch gar keinen Beschluss gefasst.

CDU-Fraktionssprecher Michael Maier hielt ebenfalls nichts vom Kauf der beiden Immobilien. Er hob in diesem Zusammenhang auf die schwierige Finanzsituation der Stadt ab und verwies auf den Verkauf der Immobilien auf dem freien Markt. Der Gemeinderat schloss sich der Haltung der beiden an und gab kein grünes Licht für eine Kreditaufnahme zum Ankauf der beiden Immobilien.

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Andere Option zur Liquiditätssicherung

Bürgermeister Guhl sah im Ankauf der beiden Häuser die Möglichkeit, die derzeit angeschlagenen Stadtwerke zu stützen. Auf nachfrage unserer Zeitung, sagte Guhl, eine Übernahme durch die Stadt hätte sichergestellt, dass die Miethöhen gemäßigt bleiben. Beim Verkauf in private Hand sei dies eben nicht der Fall. Nun müssten die Stadtwerke laut Guhl zwei andere Optionen zur Liquiditätssicherung prüfen: Eine Möglichkeit sei in der Tat der Verkauf in private Hand. Eine weitere Option wäre aus Sicht der Bürgermeister, die beiden Immobilien mit einer Grundschuld zu beleihen und am Kreditmarkt entsprechend Darlehen aufzunehmen.

Preissteigerungen für Gas um das Zehnfache

Die Stadtwerke hat derzeit mit erheblichen Preissteigerungen am Energiemarkt zu kämpfen, allein das Gas ist im Einkauf um das Zehnfache gestiegen – Steigerungen, die wegen bestehender Verträge in diesem Maße nicht an den Kunden weitergegeben werden können.