Freiwilligendienste: Für manche sind sie eine Orientierungsphase zur Berufsfindung, für manche ein Mittel, um (wieder) Anschluss an den Arbeitsmarkt zu finden, für andere eine Möglichkeit zur Integration. Aber die Freude, anderen Menschen zu helfen, dürfte immer eine Rolle spielen. Um Stellen und Bewerber zusammenzubringen, gibt es seit zehn Jahren das Regionalbüro in Bad Säckingen, das am Freitag sein Jubiläumsfest feierte.

Getragen werden die Freiwilligendienste vom Caritas-Verband für die Erzdiözese Freiburg. Abteilungsleiter Michael Bross war eigens angereist, um den Mitarbeitern zu gratulieren und den Freiwilligen für ihren Einsatz zu danken. Die Organisation musste einen Umbruch verarbeiten: Zur Zeit der allgemeinen Wehrpflicht konnten sich die Institutionen, in denen die Zivildienstleistenden eingesetzt wurden, darauf verlassen, dass sich jedes Jahr eine vorhersehbare Anzahl junger Männer bewerben würde. Seit der Abschaffung der Wehrpflicht 2011 traten das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und der Bundesfreiwilligendienst an die Stelle der „Zivis“. Heute engagieren sich auch viele junge Frauen. Um das badische Territorium abzudecken, gründete der Caritas-Verband sechs Regionalbüros, nämlich in Heidelberg, Karlsruhe, Offenburg, Freiburg, Singen und eben Bad Säckingen, wo das Büro im Gebäude von Pro Juve an der Hasenrütte seine Heimstatt fand. Anfangs waren es nur drei Referenten, heute arbeiten fünf Personen daran, die Freiwilligendienste zu organisieren: Jan Metzger, Sara Heimann, Kathrin Andres, Silke Ernst und Mechthilde Maier und auch die Kindergartenbeauftragte Doris Hinum hat ihr Büro bei Pro Juve. „Vieles ist gewachsen und trägt Früchte“, sagte Michael Bross und verwies darauf, dass in Baden jährlich 1600 Freiwillige vermittelt würden. „Wir würden uns freuen, wenn es noch mehr Bewerbungen gäbe“, so Mechthilde Maier. Der Bedarf sei da. Die meisten Helfer würden in Pflegeheimen, Kindergärten und Behinderteneinrichtungen eingesetzt, doch es gebe darüber hinaus weitere Einsatzmöglichkeiten.

Das Motto, dass man gemeinsam besser durch das Leben geht, hat eine Gruppe junger Leute zusammen mit dem Referenten Jan Metzger in einem Graffito in Szene gesetzt, dessen Enthüllung ein Höhepunkt des Festaktes war. Das Kunstwerk zeigt zwei Hände mit verschiedenfarbigen Fingern, die ineinander greifen. Zum Abschluss gab die Gruppe „Hairball Remedy“ ein Konzert.

Der klassische Freiwilligendienst dauert zwölf Monate. Es gibt auch eine „flexible“ Variante von sechs bis 18 Monaten und die Version „27+“. Informationen unter www.freiwilligendienst-caritas.de.